Masken reduzieren Infektionsrisiko deutlich

  21 Mai 2020    Gelesen: 442
Masken reduzieren Infektionsrisiko deutlich

Eine OP-Maske vor Mund und Nase hält beim Atmen, Sprechen und Husten Partikel zurück. Wie effizient das vor dem Coronavirus schützt, haben Forscher nun mithilfe von Hamstern untersucht.

Über die Maskenpflicht in Supermärkten, in der Bahn und im öffentlichen Nahverkehr wurde in Deutschland viel diskutiert. Laut einer Umfrage unter Virologen und Infektiologen gehen inzwischen knapp zwei Drittel davon aus, dass Masken vor Wochen vor allem deswegen nicht empfohlen wurden, weil Deutschland zu wenige vorrätig hatte und staatliche Stellen sich keine Blöße geben wollten.

Einleuchtend ist, dass ein Stück dichter Stoff vor Mund und Nase Partikel zurückhält, die sonst beim Sprechen und Atmen in die Umgebung gelangen würden. Forscher gehen deshalb davon aus, dass die Masken im Zusammenhang mit dem neuen Coronavirus vor allem das Risiko vermindern, dass ein unbemerkt Infizierter Kontaktpersonen ansteckt. Eine aktuelle Untersuchung mit Goldhamstern bestätigt diese These.

In der Studie sank das Infektionsrisiko gesunder Hamster um 75 Prozent, wenn die Käfige infizierter Artgenossen mit dem Stoff einfacher OP-Masken versehen waren. Bestand nur bei den gesunden Tieren ein Maskenschutz, halbierte es sich immerhin.

OP-Masken, auch als Mund-Nasen-Schutz bekannt, bestehen aus mehreren Vliesschichten, in denen Keime beim Ausatmen hängen bleiben. Allerdings sind sie nicht dicht abgeschlossen, sodass beim Einatmen an den Seiten Luft aus der Umgebung angesogen wird.

Maske tragen als wichtige Maßnahme bestätigt
"Die Studie ist interessant aufgebaut und technisch gut durchgeführt", sagt der Virologe Heinz Feldmann vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases in den USA. "Sie zeigt im Tiermodell, dass OP-Maskenstoff das Infektionsrisiko verringert. Allerdings würde ich die exakten Ergebniszahlen nicht auf die Situation im Menschen übertragen."

Die Zahl der Tiere in der Untersuchung sei gering gewesen, sodass die Ergebnisse im Detail mit Unsicherheiten behaftet seien. "Würde man die Experimente wiederholen, käme man wahrscheinlich zu geringfügig veränderten Ergebnissen."

In der Tendenz unterstütze die Studie aber klar die weitere Anwendung des Mund-Nasen-Schutzes in der Bevölkerung als eine wichtige Maßnahme. "Selbst falls die Masken das Infektionsrisiko beim Menschen letztlich nur um beispielsweise 25 Prozent reduziert, wäre das ein Erfolg", sagt Feldmann. Gleichzeitig blieben Abstandhalten und Handhygiene aber wichtigste Schutzmaßnahmen.

spiegel


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