Zahl der deutschen Dollar-Millionäre steigt weiter

  09 Juli 2020    Gelesen: 233
Zahl der deutschen Dollar-Millionäre steigt weiter

Die Reichen werden immer reicher - oder doch nicht? 2019 ist die Zahl der Vermögenden weltweit rasant gestiegen, auch in Deutschland. Am Ende dieses Jahres jedoch könnte die Bilanz anders aussehen.

Die Zahl der Millionäre ist in Deutschland im vergangenen Jahr deutlich gewachsen - zu diesem Schluss kommt zumindest der "World Wealth Report", eine Erhebung der Beratungsgesellschaft Capgemini.

Der Bericht gibt die Zahl der Deutschen mit einem Vermögen von einer Million Dollar oder mehr mit 1,46 Millionen an. Im Vergleich wuchs diese Gruppe um mehr als 100.000 Personen oder 8,6 Prozent (in Dollar rechnet der "World Wealth Report" aus Gründen der besseren internationalen Vergleichbarkeit). Zur Einordnung: 2019 war die deutsche Wirtschaft nur knapp einer Rezession entronnen. Aufs Jahr gerechnet wuchs die Volkswirtschaft insgesamt um lediglich 0,6 Prozent.

Deutschland liegt bei der Entwicklung an der Spitze der Vermögensverteilung gleichwohl voll im globalen Trend: Die Reichen werden immer reicher - und das auch deutlich schneller als alle anderen. Weltweit stieg die Zahl der Dollar-Millionäre im abgelaufenen Jahr - trotz Handelskriegen und geopolitischen Spannungen - laut Capgemini ebenfalls um fast neun Prozent.

Ein Grund dafür ist, dass - befeuert etwa durch niedrige Zinsen - die Preise für Immobilien viele Börsenkurse trotz bereits 2019 schwächelnder Konjunktur stark gestiegen sind. Besonders ausgeprägt war das in den USA, wo das Phänomen noch verstärkt wurde durch die Folgen einer Steuerreform, mit der US-Präsident Donald Trump Firmen und Konzerne massiv entlastete. Die wichtigen US-Börsenindices zogen allesamt rasant an: Der S&P stieg um fast 29 Prozent, der Dow Jones 22 Prozent und beim Nasdaq waren es mehr als 35 Prozent.

Auch deshalb stehen die USA in diesem Jahr an der Spitze des Reichen-Booms: Die Zahl der Millionäre stieg dort elf Prozent, um fast 600.000 Personen auf 5,9 Millionen. Der Zuwachs fiel 2019 auch zum ersten Mal seit 2012 in Nordamerika und Europa höher aus, als in Asien (plus 8 Prozent).

Die Bilanz für das Jahr 2020 dürfte allerdings deutlich anders ausfallen angesichts der Rezession, die durch die Pandemiebekämpfung ausgelöst wurde. Schätzungen zufolge verloren die Anlagemärkte während des Coronacrashs an den Börsen im März bis zu 18 Billionen Dollar.

Allerdings zeigen die Kurse seitdem schon wieder in die für viele Vermögende bekannte Richtung: aufwärts.

spiegel

 


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