Bei Ferrari versagen alle, außer Vettel

  13 Juli 2020    Gelesen: 761
  Bei Ferrari versagen alle, außer Vettel

Charles Leclerc rammt Sebastian Vettel, beide scheiden aus, die ohnehin langsamen Ferraris überstehen in Spielberg nicht mal die Anfangsphase. Königsklassen-Dominator Lewis Hamilton rast zum souveränen Start-Ziel-Sieg, der große Gewinner des Wochenendes ist aber erneut das McLaren-Team. Unsere Lehren aus dem zweiten Saison-Rennen.

Auch Charles Leclerc macht Fehler: Seit Sonntag ist auch der Hoffnungsträger Teil dieser Ferrari-Krise. Der junge Monegasse, stets höflich, smart und schnell, schien bis zuletzt ein wenig über den Dingen zu schweben. Mit scheinbarer Leichtigkeit überflügelte er im vergangenen Jahr den Platzhirsch Vettel, dann bekam er einen langfristigen Vertrag, während Vettel abgesägt wurde. Beim Auftakt am vergangenen Wochenende holte er im lahmenden SF1000 einen eigentlich unmöglichen zweiten Platz - mit Glück und Geschick. Beides fehlte Leclerc nun an diesem Sonntag in Kurve drei. Übermotiviert und fehlgeleitet räumte er Vettel ab, eine Aktion, die zuletzt eher dem viel kritisierten Deutschen ähnlich gesehen hätte.

Sebastian Vettel hat sich nichts vorzuwerfen: Der letzte verbliebene deutsche Formel-1-Fahrer darf recht erleichtert feststellen, dass auch ein Charles Leclerc nicht über Wasser laufen kann. Im Qualifying war Vettel (etwas) besser, im Rennen machte ausnahmsweise mal der Teamkollege mehr falsch als richtig. Und wenn auch das Auto in diesem Jahr einen Angriff auf Mercedes nicht erlaubt, dann schöpfte Vettel doch zumindest Hoffnung auf einen Sieg im Teamduell.

Bei Ferrari schrillt der Alarm: Für das große Ganze bei Ferrari brachte das zweite Rennen in Spielberg viel Anlass zur Sorge. Nach dem schwachen Auftritt vor einer Woche wurde viel gearbeitet, ein Update-Paket, das eigentlich erst kommenden Wochenende in Ungarn ans Auto sollte, wurde vorgezogen. Dann kam das Regen-Qualifying und damit die Erkenntnis, dass es unter diesen Bedingungen nicht mal um die Plätze fünf bis sieben geht - sondern eher um den Sprung in die Top 10. Ein ausgewogenes, gelungenes Auto sollte auf nasser Strecke Vorteile bringen, beim Ferrari war das Gegenteil der Fall. Da auch der Motor nach den Schummel-Vorwürfen des Vorjahres nicht mehr beeindruckt, spricht wenig für ein gutes Jahr der Scuderia.

Lewis Hamilton beweist seine Extraklasse: Normalerweise hätte die Formel 1 an diesem Wochenende ihrem Weltmeister gehuldigt. Lewis Hamilton, noch beim Auftakt vom Teamkollegen Valtteri Bottas geschlagen, meldete sich mit Macht zurück. Im Kampf um die Poleposition hängte er Max Verstappen auf nasser Strecke um 1,2 Sekunden ab, und das auf einem der kürzesten Kurse im Kalender. Es war eine Runde, die zu den größten Qualifying-Leistungen der Formel-1-Geschichte gezählt werden darf. Im Rennen ließ er dann nie einen Zweifel an seinem Start-Ziel-Sieg, das Wochenende hätte im Zeichen Hamiltons gestanden - doch dann krachten in Runde eins die beiden roten Autos ineinander.

McLaren lässt wieder aufhorchen: An McLaren kommt momentan nicht vorbei, wer über die Gewinner eines Formel-1-Wochenendes sprechen will. Der deutsche Teamchef Andreas Seidl durfte sich schon zum zweiten Mal über die schnellste Rennrunde freuen, am vergangenen Sonntag gelang sie Youngster Lando Norris, dieses Mal war es Carlos Sainz. Und nach dem dritten Rang für Norris in der Vorwoche fuhren nun erneut beide Piloten satt in die Punkte. Die Plätze fünf und neun sorgten dafür, dass das noch vor nicht langer Zeit herumdümpelnde Traditionsteam momentan zweite Kraft hinter Mercedes ist.

Quelle: ntv.de, tno/sid


Tags: