WHO: Sterblichkeit in Europa wird steigen

  14 September 2020    Gelesen: 286
WHO: Sterblichkeit in Europa wird steigen

Quer durch Europa steigen die Corona-Infektionszahlen wieder nach oben, die Todesfälle aber bleiben auf relativ niedrigem Niveau - noch. Die WHO ist sich sicher: Im Herbst "wird es härter", mehr Menschen werden sterben. Auch in einen Impfstoff solle lieber nicht zu viel Hoffnung gesetzt werden.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO rechnet mit einer Zunahme der täglichen Corona-Todesfälle in Europa im Oktober und November. "Es wird härter werden", sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge. Derzeit steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus in Europa an, die Zahl der täglichen Todesfälle ist hingegen bisher relativ stabil geblieben.

Auch die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci von der SPD hat die Befürchtung geäußert, dass sich bald wieder mehr Ältere mit dem Coronavirus anstecken könnten. "Wir haben insgesamt mehr Jüngere, die sich infizieren", sagte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz im RBB-Inforadio. Bei den 20- bis 24-Jährigen gebe es in Berlin 45 Fälle pro 100.000 Einwohner. Bei den Älteren sei die Situation zwar derzeit besser, allerdings könne sich das auch wieder ändern.

Die Welt wolle derzeit solche schlechten Nachrichten nicht hören, "und ich verstehe das", sagte Kluge. Doch im Oktober und November "werden wir einen Anstieg der Sterblichkeit beobachten". Der in Kopenhagen ansässige WHO-Funktionär warnte davor, zu große Erwartungen in Impfstoffe zu setzen. "Ich höre die ganze Zeit: 'Der Impfstoff wird das Ende der Pandemie sein'. Natürlich nicht!", sagte der Belgier.

Bisher sei unklar, ob ein Impfstoff allen Bevölkerungsgruppen helfen könne. Es gebe Anzeichen dafür, dass ein Impfstoff einigen Gruppen helfen könne, anderen wiederum nicht. "Wenn wir dann auch noch verschiedene Impfstoffe bestellen müssen, was für ein logistischer Alptraum!", sagte Kluge.

Die Zahl der Corona-Infektionsfälle in Europa ist in den letzten Wochen stark gestiegen, vor allem in Spanien und Frankreich. Allein am Freitag wurden in den 53 Ländern der WHO in Europa mehr als 51.000 neue Fälle gemeldet - mehr als auf dem bisherigen Höhepunkt der Infektionszahlen im April.

Quelle: ntv.de, mra/AFP


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