Trump hätte Assad "lieber ausgeschaltet"

  16 September 2020    Gelesen: 444
Trump hätte Assad "lieber ausgeschaltet"

US-Präsident Trump behauptet, er habe den syrischen Diktator Assad vor drei Jahren eliminieren wollen - doch sein damaliger Verteidigungsminister sei dagegen gewesen. Trump widerspricht damit seinen eigenen Aussagen.

Im Jahr 2017 war US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben kurz davor, einen Militärschlag gegen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad anzuordnen. Lediglich sein damaliger Verteidigungsminister James Mattis habe sich diesem Vorhaben widersetzt, sagte Trump dem Sender Fox News.

"Ich hätte ihn lieber ausgeschaltet. Ich hatte ihn schon so weit", sagte der US-Präsident über Assad. "Aber Mattis wollte es nicht tun." Im gleichen Atemzug bewertete er seinen früheren Verteidigungsminister in der Sendung "Fox & Friends" als "höchst überbewerteten General".

Mit diesem Bekenntnis widerlegte Trump eigene Aussagen zu Attentatsplänen gegen Assad aus dem Jahr 2019. Damals hatte Trump einer Passage aus einem Buch eines Reporters der "Washington Post" über mögliche Anschlagspläne gegen den syrischen Machthaber energisch widersprochen. Ein Anschlag sei "nicht einmal besprochen worden", sagte der US-Präsident damals.

Er bedaure nicht, dass es nicht zu einem Angriff auf Assad gekommen sei, sagte Trump nun in dem Interview mit Fox News. Er hätte aber "damit leben können", fügte er hinzu. "Ich habe ihn sicherlich nicht als guten Menschen betrachtet, aber ich hätte ihn ausschalten können, wenn ich gewollt hätte." Mattis sei "gegen das meiste von dem Zeug" gewesen.

Trump erinnerte daran, dass nach dem Rücktritt Mattis' 2018 zwei führende Extremisten bei US-Angriffen getötet wurden. Der Anführer der Terrormiliz "Islamischer Staat", Abu Bakr al-Bagdadi, starb 2019, in diesem Jahr wurde der iranische General Qasem Soleimani getötet. "Ich habe Soleimani ausgeschaltet, habe al-Bagdadi ausgeschaltet", sagte Trump. "Das waren zwei der größten Terroristen."

spiegel


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