USA kündigen neue Sanktionen gegen Militärregime in Myanmar an

  01 März 2021    Gelesen: 270
USA kündigen neue Sanktionen gegen Militärregime in Myanmar an

Einen Monat nach dem Putsch ist die Militärjunta in Myanmar brutal gegen friedliche Demonstranten im Land vorgegangen. Mindestens 18 Menschen starben. US-Außenminister Blinken nannte das Vorgehen »verabscheuungswürdig«.

Mindestens 18 Tote, gezielte Schüsse auf Demonstrierende, mehrere Festnahmen: In Myanmar ist das Militärregime brutal gegen friedliche Kundgebungen vorgegangen. Nun wollen die USA die Verantwortlichen für die gewaltsame Niederschlagung der Demonstrationen zur Rechenschaft ziehen. Die Regierung von US-Präsident Joe Biden kündigte neue Sanktionen an.

US-Außenminister Antony Blinken teilte auf Twitter mit, man verurteile die »verabscheuungswürdige Gewalt« und stehe fest an der Seite des Volkes in Myanmar. Der Nationale Sicherheitsberater des Weißen Hauses, Jake Sullivan, teilte mit, die USA seien »alarmiert« über die Gewalt gegen friedliche Demonstranten. Sie stelle eine Eskalation im Vorgehen gegen pro-demokratische Proteste gegen den Militärputsch in dem südostasiatischen Land dar.

»Wir bereiten zusätzliche Aktionen vor, um denjenigen, die für diesen jüngsten Ausbruch von Gewalt und den jüngsten Putsch verantwortlich sind, weitere Strafen aufzuerlegen«, sagte Sullivan am Sonntag und kündigte weitere Details im Laufe der Woche an. Die USA würden sich weiterhin eng mit Verbündeten und Partnern in der indopazifischen Region und in der ganzen Welt abstimmen.

Die Vereinten Nationen hatten am Sonntag mitgeteilt, dass bei landesweiten Protesten gegen den Militärputsch in Myanmar mindestens 18 Menschen getötet und mehr als 30 weitere verletzt worden seien. Es war der tödlichste Tag, seit das Militär sich am 1. Februar an die Macht geputscht hat. Nach Angaben der Uno schossen Sicherheitskräfte in den beiden größten Städten Rangun und Mandalay sowie in Dawei, Bag, Myeik und Pokokkuo mit scharfer Munition auf Menschenmassen.

Der Außenbeauftragte der Europäischen Union, Josep Borrell, sprach von einer »brutalen Repression friedlicher Proteste«. Er rief die Militärjunta dazu auf, die Gewaltanwendung gegen Zivilisten sofort einzustellen. Die EU werde bald mit Maßnahmen auf die jüngsten Entwicklungen in Myanmar reagieren, kündigte Borrell an.

Das Militär hatte durch den Putsch vor allem Regierungschefin Suu Kyi entmachtet. Die 75-Jährige hatte die Parlamentswahl im November mit klarem Vorsprung gewonnen. Seit dem Umsturz gibt es immer wieder Massenproteste in Myanmar. Das Militär hat zuletzt mit zunehmender Härte versucht, den Widerstand zu brechen.

spiegel


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