Damit sahen die Demonstranten ihre Vermutung bestätigt, dass Lula das neue Amt des Kabinettchefs nur erhalten hat, um ihn vor Strafverfolgung im Zuge der bereits gegen ihn eingeleiteten Korruptionsermittlungen zu schützen. Rousseff hatte diesen Vorwurf bei der Ernennung Lulas am Mittwoch zurückgewiesen. In einer Erklärung kündigte die Präsidentschaft am Abend Maßnahmen gegen Moro wegen seines "unverhohlenen Verstoßes gegen das Gesetz und die Verfassung" an.
Die Staatsanwaltschaft wirft Lula vor, in den Korruptionsskandal um den staatlichen Ölkonzern Petrobras verwickelt zu sein. Am Montag zog der für die Petrobras-Affäre zuständige Bundesrichter Moro die Ermittlungen gegen Lula an sich. Als Stabschef könnte ihm nur das Oberste Gericht den Prozess machen.
Nach Angaben von Vertrauten soll Lula die angeschlagene Präsidentin vor einem Sturz bewahren. Lula, der während Brasiliens Wirtschaftsboom von 2003 bis 2010 an der Staatsspitze stand, übernimmt einen der einflussreichsten Posten in der Regierung – eine Funktion zwischen Stabschef und Ministerpräsident. Unter Lula hatte Rousseff dasselbe Amt inne, bevor sie ihn an der Staatsspitze ablöste. Bereits am Wochenende waren mehr als drei Millionen Menschen gegen Rousseff auf die Straße gegangen. Regulär endet ihre Amtszeit Ende 2018.
Tags:






