Hälfte der Ferienhausvermieter in Existenznot

  05 Mai 2021    Gelesen: 1674
Hälfte der Ferienhausvermieter in Existenznot

Nur ein Bruchteil der deutschen Ferienhausvermieter hat Anspruch auf staatliche Hilfen in der Corona-Krise. Zugleich bleiben Einnahmen durch das Beherbergungsverbot aus. Eine Branchenumfrage offenbart nun die Nöte dieser Tourismus-Sparte.

Das monatelange Beherbergungsverbot für Touristen in der Corona-Pandemie bedroht einer Umfrage zufolge die Existenz vieler Ferienhausvermieter in Deutschland. Angesichts aufgebrauchter Ersparnisse und laufender Kosten befindet sich jeder zweite Gastgeber in einer finanziellen Notsituation und fürchtet aufgrund der anhaltenden Corona-Maßnahmen ums wirtschaftliche Überleben, wie aus der Umfrage des Deutschen Ferienhausverbands und des Deutschen Tourismusverbands hervorgeht.

Zudem überlegen der Erhebung zufolge bereits 25,9 Prozent der Befragten, die Ferienhausvermietung aufzugeben. Sollte der Tourismus erst im Juni wieder anlaufen, wäre das demnach für weitere 36,9 Prozent schwer zu verkraften. Für die Erhebung wurden Ende April 10.528 private und gewerbliche Vermieter befragt.

In den ersten drei Monaten des Jahres verzeichneten 81,4 Prozent der Befragten Buchungsrückgänge im Vergleich zum Vorkrisenzeitraum 2020. Bei jedem Dritten brachen die Buchungen um mehr als die Hälfte ein. Dabei sind die Einnahmen aus der Vermietung für viele Besitzer von Ferienimmobilien den Angaben zufolge existenziell. Der Studie zufolge lebt rund jeder Fünfte von den Ferienhauseinnahmen. Weiteren 31,5 Prozent dient die Ferienimmobilie als Altersvorsorge. Hier seien die Mieteinnahmen "ein wichtiger Grundstock für den Erhalt der Ferienimmobilie".

Lediglich 15,5 Prozent der Ferienhausvermieter und Agenturen konnten den Angaben zufolge staatliche Hilfen in Anspruch nehmen. Das Gros der Ferienhausvermieter gehe leer aus, weil sie privat vermieteten oder im Nebenerwerb, beklagte der Verband. "Wir appellieren an die Bundesländer, nach sechsmonatigem Lockdown endlich konkrete Schritte für eine Wiedereröffnung des Tourismus vorzulegen", sagte der Vorsitzende des Deutschen Ferienhausverbandes, Göran Holst.

Einige Bundesländer hatten am Dienstag angekündigt, erste regionale Öffnungsschritte im Tourismus vorzunehmen. Je nach regionalen Infektionszahlen sollen dann auch Camping und Übernachtungen in Ferienwohnungen zu touristischen Zwecken erlaubt sein.

Quelle: ntv.de, cri/dpa


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