Müllers gefährliche Giftpfeile gegen England

  27 Juni 2021    Gelesen: 772
 Müllers gefährliche Giftpfeile gegen England

Der DFB-Lautsprecher stichelt vor dem Klassiker gegen England: Thomas Müller will in eine spezielle "englische Turnierwunde reinstechen". Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sich das rächen könnte. Immerhin: Jürgen Klopp sorgt für Hoffnung.

Thomas Müller redet gerne. Das ist bekannt. "Radio Müller" wurde er deswegen schon getauft. Häufig scherzt er, seine Worte erzeugen Lacher. Doch der Bayern-Profi stichelt auch gerne. Eloquent wie er meist ist, weiß Müller genau, wie er aus Wörtern kleine Giftpfeile basteln kann.

So nur wieder einmal geschehen vor dem Klassiker der deutschen Nationalmannschaft gegen England am Dienstag (18 Uhr im Liveticker auf ntv.de). Müllers Giftpfeile sollen diesmal genau in die Achillesferse des Gegners treffen. Diese liegt bei England bekanntlich auf dem Elfmeterpunkt - diese verwundbare Stelle steht gleichbedeutend für die miserable Turnier-Ausbeute des Teams von der Insel. 1996 und 1990 scheiterten die Three Lions bei der EM respektive WM aus sechzehn Meter gegen Deutschland.

Überhaupt, seit 1966 hat England überhaupt nichts mehr bei großen Turnieren gerissen. Als Fluch von Wembley wird der Finalsieg über Deutschland (wer es noch immer nicht kennt, darf gerne "Wembley-Tor 1966" bei Youtube eingeben) seit längerem bezeichnet. Und exakt da setzt Müller an. Die Engländer würden versuchen, "sich ein bisschen Selbstbewusstsein einzureden." Aber nicht mit Radio Müller. "Wir wollen natürlich auch immer wieder in diese englische Turnierwunde reinstechen", erzählt der Angreifer gegenüber MagentaTV, wie die DFB-Elf die spezielle "Schwäche" der Engländer ausnutzen will. "Wir wollen sie unsicher machen."

"Absolut in der Lage, England zu schlagen"

Dieser Giftpfeil-Schuss Müllers könnte allerdings auch schnell nach hinten losgehen. Zwar hinkt England bei der EM den hohen Erwartungen hinterher und überzeugt bisher nicht, wie auf der Insel erhofft. Allerdings sollte Müller eine kurze Erinnerung an das letzte große Event reichen, um sich in den Sinn zu rufen, wie es mit den Turnier-Leistungen in jüngster Vergangenheit ausschaut. Bei der WM 2018 in Russland debakelte sich die deutsche Mannschaft in der Vorrunde raus - während das englische Team furios aufspielte, sogar ein Elfmeterschießen gegen Kolumbien gewann und erst im Halbfinale von Kroatien gestoppt wurde.

Müller wäre aber nicht Müller, wenn er nicht auch darauf eine Antwort hätte. "Wir müssen uns den Respekt und das Aufschauen zum deutschen Fußball erst wieder erarbeiten", sagt der 31-Jährige der ARD. Aber wie war das mit dem sich das "Selbstbewusstsein einreden"? Das kann natürlich niemand besser als der Ur-Bayer. "Ich sehe uns absolut in der Lage, England zu schlagen - auch wenn die gut sind", erzählt er bei MagentaTV weiter. "Wir haben schon Selbstvertrauen. Wir spüren, dass wir absolute Lust darauf haben, so eine Leistung wie gegen Portugal nochmal rauszuhauen."

Neben abgeschossenen Giftpfeilen verteilt Müller also auch Pflaster für die DFB-Wunden. Die Männer von Joachim Löw müssen diese nach dem Zitter-Weiterkommen gegen Ungarn eifrig Lecken dieser Tage. Gut, dass sich Müller trotz anhaltender Kniebeschwerden fit meldete für den Klassiker. Allerdings drohen Mittelfeld-Motor İlkay Gündoğan und Abwehr-Hüne Antonio Rüdiger auszufallen. Zwar fliegen beide am Montag mit nach London, aber ersterer fehlt derzeit wegen einer Schädelprellung und letzterer mit einer Erkältung.

Rächen sich die Giftpfeile

Ob mit oder ohne die beiden DFB-Säulen. Es wird ein enges Spiel gegen England. Die Three Lions könnten nun dank der Sticheleien noch einen Tick motivierter in die Partie gehen. Aber auch da weiß Radio Müller natürlich Beschied. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass es auch mental eine Prüfung wird", merkt der Münchner an.

Hoffnung macht auch England-Experte Jürgen Klopp. "Manchmal", so der Liverpool-Coach in der "Bild am Sonntag", "brauchst du als Mannschaft gerade so ein Spiel" wie gegen Ungarn, um wieder auf den Erfolgsweg zu finden. Und dazu vielleicht noch Müller'sche Giftpfeile.

Quelle: ntv.de


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