Formel-1-Revolution: Piloten sind äußerst skeptisch

  07 Juni 2024    Gelesen: 715
  Formel-1-Revolution: Piloten sind äußerst skeptisch

Die Regeln der Königsklasse ab der Saison 2026 nehmen konkrete Formen an. Noch sind die Fahrer nicht restlos überzeugt vom neuen Konzept. Im Vergleich zu den jetzigen Fahrzeugen soll die neue Generation kleiner sowie 30 Kilogramm leichter sein. Hat das große Auswirkungen?

Die Revolution der Formel 1 beeindruckte Lewis Hamilton kein bisschen. "Nein", sagte der Rekordweltmeister, "ich habe noch keine wirkliche Meinung dazu und die neuen Autos auch noch nicht im Simulator getestet. Aber die Fahrer, die sie getestet haben, meinen, dass sie ziemlich lahm sind." Lahm? Ein Wort, das die Macher der Königsklasse des Motorsports sicher nicht hören wollen. Schließlich sollen die neuen Fahrzeuge ab 2026 für mehr Spektakel und Attraktivität sorgen. Hamilton, der seit 2007 in der Formel 1 fährt und schon viele Veränderungen mitgemacht hat, ist nicht überzeugt.

"Mal sehen, ob es sich in die richtige Richtung entwickelt oder nicht", sagte der Mercedes-Pilot im Vorfeld des Großen Preises von Kanada (Sonntag, 20 Uhr bei Sky): "Aber ich denke, in Bezug auf die Nachhaltigkeit, insbesondere auf der Seite der Antriebseinheit, ist das ein wirklich mutiger Schritt." Im Vergleich zu den jetzigen Fahrzeugen soll die neue Generation kleiner sowie 30 Kilogramm leichter sein. Zudem ist ein neues Antriebssystem mit höherer Batterieleistung und einer gleichmäßigen Aufteilung zwischen Verbrennungsmotor und Elektroantrieb sowie die Verwendung von ausschließlich nachhaltigen Kraftstoffen geplant.

"Sicherstellen, dass die Autos effizient und schnell sind"

Dank verstellbarer Heck- und Frontflügel soll eine aktive Aerodynamik ermöglicht werden. Damit können die Fahrer ihre Autos auf die unterschiedlichen Passagen während einer Runde besser einstellen. In Kurven ist mehr Abtrieb gefragt, auf den Geraden weniger Luftwiderstand - insgesamt soll das Können des jeweiligen Fahrers noch mehr Einfluss haben als derzeit. Das klingt alles spannend, muss sich in der Realität aber erst noch beweisen. "Wir müssen sicherstellen, dass die Autos effizient und schnell sind und das Rennen tatsächlich verbessert wird", betonte Hamilton.

Nico Hülkenberg hat im Gegensatz zu Hamilton bereits Simulatorkilometer im neuen Auto abgespult - und ist skeptisch. Der Emmericher, der ab 2026 für Neuling Audi startet, erwartet "drastische Veränderungen", es werde "ein ganz anderes Szenario und eine ganz andere Charakteristik als jetzt sein". Es liege in der Natur des Menschen, "nicht immer so offen für Veränderungen" zu sein, betonte Hülkenberg: "Vielleicht gibt es aber in den anderthalb Jahren noch ein paar Anpassungen."

"Müssen die anderthalb Jahre noch genießen"

Red-Bull-Pilot Sergio Perez warb dafür, die Regeln "so wenig wie möglich" zu verändern. Dies sei im Sinne des Sports. Gleichzeitig äußerte er Verständnis für die Bestrebungen der Formel 1, regelmäßig größere und kleine Veränderungen einzuführen. "Es geht viel um die neuen Technologien, um attraktiv zu bleiben für neue Hersteller", sagte der Mexikaner. Dies trifft zum Beispiel auf Audi zu. Der deutsche Automobilriese steigt ab 2026 ein und übernimmt den Rennstall Sauber, zu dem Hülkenberg in der kommenden Saison von Haas wechselt.

Bis dahin absolviert die Königsklasse noch inklusive Montreal 40 WM-Rennen mit dem aktuellen Reglement. "Wir müssen die anderthalb Jahre genießen, die uns mit diesen Autos noch bleiben, die sehr enge Rennen liefern", betonte Perez.

Quelle: ntv.de, tno/sid


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