Israel kündigt Besetzung weiter Teile des Gazastreifens an

  02 April 2025    Gelesen: 137
  Israel kündigt Besetzung weiter Teile des Gazastreifens an

Seit rund zwei Wochen setzt Israel seine Angriffe auf den Gazastreifen fort - und ein Ende ist kaum in Sicht. Der israelische Verteidigungsminister kündigt eine Ausweitung des Einsatzes an. Danach sollen weite Teile des Palästinensergebietes besetzt werden.

Israel will nach Angaben von Verteidigungsminister Israel Katz seinen Militäreinsatz im Gazastreifen ausweiten und "große Gebiete" des Palästinensergebiets besetzen. Ziel sei es, gegen "Terroristen" vorzugehen und "terroristische Infrastruktur" zu zerstören, erklärte Katz. "Große Gebiete" des Gazastreifens sollten zu "israelischen Sicherheitszonen" werden. Nähere Angaben dazu, wie viel Territorium Israel besetzen will, machte Katz nicht.

Die Kampfgebiete würden in großem Umfang evakuiert, teilte Katz weiter mit. Er rief zudem die Bevölkerung des Gazastreifens dazu auf, die radikal-islamische Hamas zu vernichten und die israelischen Geiseln freizulassen. Dies sei der einzige Weg, wie der Krieg beendet werden könne.

Israel hatte Mitte März seine massiven Luftangriffe auf Ziele der Hamas im Gazastreifen wieder aufgenommen, wo seit Mitte Januar eine Waffenruhe galt. Zudem startete die Armee einen neuen Bodeneinsatz in dem Palästinensergebiet. Israel und die Hamas verhandeln bei indirekten Gesprächen über eine neue Waffenruhe im Gazastreifen. Strittig ist aber noch, wie viele Geiseln dabei freikommen sollen.

UN: Israels Angaben zu Nahrung in Gaza "lächerlich"

Seit Wiederaufnahme der Angriffe sind nach UN-Angaben mindestens 322 Minderjährige getötet worden. Mehr als 600 weitere Kinder und Jugendliche seien verletzt worden, hieß es in einer Mitteilung des UN-Kinderhilfswerks Unicef jüngst. "Die meisten von ihnen waren Vertriebene, die in behelfsmäßigen Zelten oder beschädigten Häusern Zuflucht gesucht hatten." Ohne lebenswichtige Hilfsgüter sei zu befürchten, "dass Mangelernährung und Krankheiten stark zunehmen und damit mehr Kinder an vermeidbaren Ursachen sterben".

Die israelische Militärbehörde für die Koordinierung von Hilfslieferungen Cogat teilte dagegen mit Hinweis auf vor Wochen erfolgte Lebensmittellieferungen auf X mit: "Es gibt genug Nahrungsmittel für einen langen Zeitraum, wenn die Hamas sie an die Zivilbevölkerung verteilen lässt."

Die Vereinten Nationen weisen dies als lächerlich zurück. "Unsere Vorräte gehen zur Neige", sagte UN-Sprecher Stephane Dujarric vor Journalisten. Er verwies darauf, dass alle 25 vom Welternährungsprogramm unterstützten Bäckereien schließen mussten: "Wenn es kein Mehl gibt, wenn es kein Kochgas gibt, können die Bäckereien nicht öffnen." Seit dem 2. März ist keine Hilfe mehr in das palästinensische Gebiet gelangt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte angekündigt, man werde die Einfuhr aller Waren und Hilfsgüter erst wieder zulassen, wenn die Hamas alle Geiseln freilasse.

Der Krieg im Gazastreifen war durch den brutalen Überfall der radikal-islamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden. Bei dem Angriff wurden israelischen Angaben zufolge mehr als 1200 Menschen getötet. Israel ging danach massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben der Hamas-Gesundheitsbehörde, die sich unabhängig nicht überprüfen lassen, mehr als 50.000 Menschen getötet.

Quelle: ntv.de, spl/AFP/rts


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