DFB setzt Testspiele gegen Chinas U20 aus

  24 November 2017    Gelesen: 495
DFB setzt Testspiele gegen Chinas U20 aus

Der DFB legt die umstrittenen Spiele der chinesischen U20-Nationalmannschaft in der Regionalliga Südwest auf Eis und verschiebt sie auf 2018. Grund ist der Eklat um eine Tibet-Fahne. Die verantwortlichen Aktivisten kritisieren die Entscheidung.

Die Freundschaftsspiele der chinesischen U20-Nationalmannschaft in der Regionalliga Südwest werden nach den Differenzen bei der Premiere am vergangenen Wochenende bis zur Winterpause ausgesetzt. Das teilt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit. "Zum Bedauern aller beteiligten Parteien hat das Projekt nicht die erwartete breite Zustimmung erhalten", hieß es in einer Mitteilung. Dem DFB und dem chinesischen Verband CFA lägen "substanzielle Hinweise" vor, dass es auch beim nächsten Spiel am Samstag beim FSV Frankfurt zu "weiteren Eskalationen" kommen könnte. Geplant waren im Stadion am Bornheimer Hang offenbar erneut Proteste einiger - ob diese über die freie Meinungsäußerung hinausgegangen wären, ist aber fraglich.

Zum Auftakt der Serie beim TSV Schott Mainz am 18. November hatte eine Gruppe von Zuschauern die Flagge Tibets gezeigt. Die Chinesen hatten sich daraufhin geweigert, die Begegnung fortzusetzen. "Tatsächlich wurde das Projekt von einigen wenigen Zuschauern genutzt, um Botschaften zu setzen, die von der chinesischen Mannschaft, den Offiziellen, dem Betreuerstab des Chinesischen Fußball-Verbandes und auch den chinesischen Zuschauern als verletzend empfunden wurden", schrieb der DFB. Abgesagt werden deshalb die Spiele gegen Frankfurt, Hoffenheim II und Wormatia Worms - die drei Partien sollen auf das Jahr 2018 verschoben werden.

"Wir bedauern aufrichtig, die Serie verschieben zu müssen, insbesondere wenn man bedenkt, was diese Spiele für die sportliche Entwicklung der chinesischen U20 und auch die mögliche Entwicklung der Regionalliga Südwest bedeutet hätten", sagte DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann: "Dennoch erachten wir die Verschiebung für zwingend, denn so schaffen wir ausreichend Zeit, um die neu entstandene Situation in aller Ruhe und Offenheit zu besprechen und im Sinne des Sports eine vernünftige Lösung zu finden. Wir sind zuversichtlich, dass wir die hervorragende Beziehung zwischen CFA (chinesischer Verband, d. Red.) und DFB weiterentwickeln werden."

Die Tibet-Initiative hat die vorläufige Absage kritisiert. "Dass die Spiele nun ausgesetzt und auf 2018 verschoben werden, ist nichts weiter als ein fauler Kompromiss", sagte Nadine Baumann, die Geschäftsführerin der Tibet-Initiative, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir fordern eine klare Haltung und eine Stellungnahme der Bundesregierung. Es steht weit mehr auf dem Spiel als sportliche Kooperation. Deutschland muss klar machen, dass hierzulande Menschenrechte unverhandelbar sind. Wir werden auch 2018 das Recht auf Meinungsfreiheit verteidigen und mit der tibetischen Flagge in die Stadien gehen."

Quelle: n-tv.de

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