AMG G63 - Mercedes bringt das Power-G

  13 Februar 2018    Gelesen: 604
AMG G63 - Mercedes bringt das Power-G

Eigentlich wird der Mercedes-AMG G63 erst auf dem Genfer Autosalon präsentiert. Doch jetzt haben die Stuttgarter schon mal das eine oder andere gucken lassen. Und eins ist sicher: wuchtig kommt das Power-G daher.
 

Kaum vier Wochen nachdem Mercedes' neue G-Klasse auf der Detroit Auto Show ihre Weltpremiere feierte, schieben die Stuttgarter jetzt die potenteste Ausführung des "dicken G" nach: den AMG G63. Bereits optisch hebt sich die Wuchtbrumme von der in den USA präsentierten Serie ab. Hat er doch einen stilisierten Panamericana-Grill wie alle neuen AMG-Modelle. Das passt nicht? Oh doch, die vertikalen Lamellen weichen hier den horizontalen, die zudem leicht nach außen gewölbt sind. Das ist nicht neu, hat man auch bei anderen SUV gesehen, sieht aber beim dicken AMG besser aus als erwartet.


Gerahmt wird der Grill von den bekannten runden Scheinwerfern, die wie die Rücklichter mit LED-Licht strahlen. Darunter sitzt der AMG-eigene Stoßfänger mit wuchtigen seitlichen Lufteinlässen und mattsilbernen Zierteilen. Exklusiv dem AMG vorbehalten sind die Radlaufverbreiterungen vorn und hinten, die reichlich Platz für Räder in 21 oder 22 Zoll bieten. Serienmäßig sind die Trittbretter an den Seiten, rote Bremssättel und gelochte Bremsscheiben. Ein weiteres Erkennungszeichen sind selbstredend die "V8 Biturbo"-Schriftzüge an den vorderen Kotflügeln.

Neuer V8-Biturbo beflügelt

Damit sind wir auch gleich bei dem für einen AMG wohl wichtigsten Merkmal, dem Antrieb. Das Herz des G63 bildet ein 4,0-Liter-V8-Biturbomotor. Der "kleine" löst den bis dato verbauten 5,5-Liter-V8 ab. Allerdings gibt sich das neue Triebwerk nicht weniger leistungsstark. 585 PS stehen zur Verfügung und ein maximales Drehmoment von 850 Newtonmeter wird bereits zwischen 2500 und 3500 Kurbelwellenumdrehungen versprochen. Dabei bleibt die Kraftverteilung an alle vier Räder in einem Verhältnis 60 (hinten) zu 40 (vorne) AMG-typisch. Für Beschleunigungsfetischisten bedeutet das laut Datenblatt eine Anlaufzeit von 4,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Abgeregelt wird der G63 bereits bei 220 km/h. Wer das AMG Driver's Package bucht, bekommt noch 20 km/h obendrauf. Der alte G 63 sprintete in 5,4 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und erreichte maximal 210 km/h.

Ob das bei einem Gesamtgewicht von 2,5 Tonnen sinnvoll ist, kann erst nach einer ersten Ausfahrt gesagt werden. Die gab es noch nicht, wird aber auf diesen Seiten nachgereicht werden. Fakt ist, dass die neun zur Verfügung stehenden Gänge durch ein Speedshift-TCT-Getriebe verteilt werden, das dank einer eigenständigen Software-Applikation durch sehr kurze Schaltzeiten glänzen soll. Eine Mehrfachrückschaltung sorgt laut AMG für einen schnellen Zwischenspurt während definierte Zündungseingriffe für noch schnellere Gangwechsel sorgen.

Sidepipes und Abgasklappen

Im Modus "Sport" und "Sport Plus" kann der Fahrer dann mit Hilfe der Zwischengasfunktion auch lautstark die emotionale Seite des Fahrerlebnisses betonen. Wie man das von AMG erwartet, wird der Sound durch eine doppelflutige Auspuffanlage, die in Sidepipes unter den hinteren Türen mündet, an die Öffentlichkeit weitergereicht. Dabei lassen sich die serienmäßigen Abgasklappen per Tastendruck über zwei Stufen steuern oder komplett deaktivieren. Um die Trinkfreudigkeit des V8 zu drosseln, dessen Drittelmix bei 13,2 Litern liegen soll, werden im Teillastbereich zwischen 1000 und 3500 U/min die Zylinder zwei, drei, fünf und acht deaktiviert. Immer vorausgesetzt das Fahrprogramm "Comfort" wurde gewählt.

Um das Power-G auch flott um die Kurve zirkeln zu können ist das AMG Ride-Control-Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern beim G63 in Serie verbaut. Damit wird die Dämpfung an allen vier Rädern dem momentanen Bedarf angepasst. Mercedes verspricht hier einen im Vergleich zur alten G-Klasse deutlich verbesserten Abrollkomfort. Hinzu kommt die erstmals im G63 angebotene elektromechanische Parameterlenkung mit variabler Übersetzung. Was nichts anderes bedeutet, als dass die Lenkkraftunterstützung bei hohen Geschwindigkeiten ab- und bei langsamer Fahrt zunimmt. Das Ganze kann natürlich auch über den Fahrmodischalter gesteuert werden.

Auch im Gelände zu Hause

Natürlich verspricht Mercedes auch für den AMG G63 eine ultimative Geländetauglichkeit. Dafür wurde die Geländeuntersetzung aus dem G weiterentwickelt. Über den Low-Range-Schalter ist sie bis zu einer Geschwindigkeit von 40 km/h zuschaltbar. Hinzu kommt, dass sich die neu entwickelte Lamellenkupplung wie ein automatisches Sperrdifferenzial verhält. Hier wird der Rahmen bevor der Fahrer die Differenzialsperren mit einhundertprozentiger Sperrwirkung zuschalten muss deutlich erweitert. Wie bei der normalen G-Klasse können alle Sperren einzeln während der Fahrt zugeschaltet werden – zuerst Mitten-, dann Hinterachs- und zuletzt das Vorderachsdifferenzial. Im Gelände sorgen übrigens Ein- und Ausfederwege von 82 bis 142 Millimeter hinten und 241 Millimeter vorne für mehr Bodenfreiheit. Um die Wankneigung zu reduzieren gibt es zusätzliche Querstabilisatoren. Für den Einsatz abseits der Straße stehen zudem drei Offroad-Programme in Form von "Sand", "Trail" und "Rock" zur Verfügung.

Im Innenraum finden die AMG-Liebhaber dann den Komfort vor, der der neuen G-Klasse bereits eingepflanzt wurde: dazu gehört die neu designte Instrumententafel mit den serienmäßig analogen Tuben als Rundinstrumente, das volldigitale "Widescreen-Cockpit" mit den virtuellen Instrumenten sowie das Zentraldisplay über der Mittelkonsole. Und weil Sportlichkeit sich in einem Fahrzeug wie dem G63 immer auch über das Lenkrad vermittelt, gibt es ein sportlich abgeflachtes und mit Nappa bespanntes Volant, an dessen Seiten galvanisierte Schaltpaddles sitzen.

Die erste Sitzprobe im AMG wird es für Journalisten und Publikum wohl erst auf dem Autosalon in Genf Anfang März geben. Dann werden die Stuttgarter auch die Preise für das Power-G bekanntgeben. Die Markteinführung startet im Juni dieses Jahres.

Quelle: n-tv.de


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