Forscher entdecken neue Art in der Nordsee

  02 Mai 2018    Gelesen: 1746
Forscher entdecken neue Art in der Nordsee

Meist werden neue Tierarten in entlegenen Teilen der Welt gefunden. Doch diesmal machten Forscher ihre Entdeckung in einem der am besten untersuchten Meeresgebiete - praktisch vor der Haustür.

Die Winzlinge wissen sich zu verteidigen. Flohkrebse der Gattung Epimeria verfügen über eine robuste Panzerung, haben Kiele und Stacheln am Rücken. Und sie sind auch Künstler im Verstecken. Mit verschiedenen Farben und Mustern versuchen sie sich im Meer möglichst schwer erkennbar zu machen.

Forscher haben in der Nordsee eine neue, bis zu drei Zentimeter große Flohkrebsart nachgewiesen. "Man rechnet nicht unbedingt damit, in der Nordsee noch auf unbekannte Arten zu stoßen", so Jan Beermann vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI). Die Nordsee sei schließlich eines der am besten untersuchten Meeresgebiete der Welt. Dem Wissenschaftler gelang der Nachweis zusammen mit Kollegen der Universitäten Oldenburg und Potsdam über die Analyse von Erbgutinformationen.

Veröffentlicht wurde die Neuentdeckung im Fachmagazin "Scientific Reports". Die Wissenschaftler hatten ursprünglich die Art Epimeria cornigera untersucht. Dabei kamen ihnen Zweifel, ob es sich bei der Flohkrebsart tatsächlich nur um eine einzige Art handelt. "Als wir dann genauer hinschauten, bemerkten wir, dass einige Tiere beispielsweise spitzere Beinplatten als andere hatten, auch wenn diese subtilen Unterschiede nicht leicht zu erkennen sind", berichtet Beermann.

Die neue Art, Epimeria frankei, sei vom Mittelmeer bis in die Nordsee zu finden, während die alte Art, Epimeria cornigera, eher im nördlichen Nordatlantik zu Hause sei. "Nur in der Nordsee gibt es ein kleines Überlappungsgebiet", sagte Beermann.

Eine bis dahin unbekannte Art der Gattung Epimeria war bereits vor mehr als zehn Jahren in der Antarktis gefunden worden. Auch an dieser Entdeckung waren damals AWI-Forscher beteiligt gewesen. Sie hatten ein Meeresgebiet untersucht, das durch das Auseinanderbrechen des Larsen-B-Eisschelfs zugänglich geworden war - und den kleinen, zweieinhalb Zentimeter messenden Flohkrebs dabei entdeckt.

spiegel


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