Vom Party-Prinzen zum Lieblings-Royal

  20 Mai 2018    Gelesen: 585
Vom Party-Prinzen zum Lieblings-Royal

Wer erinnert sich nicht noch an die Fotos von Harry im Nazi-Kostüm? Doch aus dem einstigen Sorgenkind der britischen Königsfamilie ist Everybody's Darling geworden. Dafür musste der 33-Jährige aber erst einmal seine eigenen Dämonen bezwingen.

Jahrelang war er der Playboy-Prinz, das schwarze Schaf, ein wütender junger Mann, der unrühmliche Schlagzeilen produzierte - nun entwickelt sich Prinz Harry zum Star der britischen Königsfamilie. Prinz Henry Charles Albert David von Wales wurde am 15. September 1984 als zweiter Sohn des Thronfolgers Prinz Charles geboren. Seine Kindheit war geprägt vom Rosenkrieg seiner Eltern Charles und Diana, seine Jugend bestimmt vom tragischen Tod seiner Mutter bei einem Autounfall 1997. Harry haderte lange mit seiner Rolle als Prinz. Aber jetzt, vor der Hochzeit mit US-Schauspielerin Meghan Markle, scheint er angekommen zu sein.


Harry diente zehn Jahre in der britischen Armee, war zwei Mal in Afghanistan im Einsatz. Aber jenseits seines Einsatzes fürs Vaterland sorgte er mit Partys und seiner freimütigen Kritik an den Medien immer wieder für Schlagzeilen. In den vergangenen Jahren machte er vieles wieder gut durch seine karitative Arbeit, dabei scheint er die soziale Kompetenz seiner Mutter geerbt zu haben.

Nahe am Zusammenbruch


Zusammen mit seinem Bruder und seiner Schwägerin Kate verlieh er der Monarchie ein frisches Image. Den Leuten gefalle "Harrys Clownerei und sein Mangel an Perfektion", sagt Ingrid Seward vom "Majesty Magazine": "Er war immer einer von den Jungs, und ich glaube, deshalb lieben wir ihn - und sind fasziniert von seinem Leben."

Die große Katastrophe kam für Harry mit zwölf Jahren, als seine Mutter in Paris ums Leben kam. Die Fotos der jungen Prinzen hinter Dianas Sarg gingen um die Welt. "Im Alter von zwölf meine Mutter zu verlieren, und deshalb in den vergangenen 20 Jahren alle meine Gefühle auszublenden, das hatte ziemlich ernsthafte Auswirkungen auf mein Privatleben und auf meine Arbeit", bekannte Harry später.

2017 äußerte er sich ungewöhnlich offen über seine Gefühle: Er sei "oft sehr nahe an einem völligen Zusammenbruch" gewesen, sagte er. Erst im Alter von 28 Jahren holte er sich professionelle Hilfe.

Die Armee als Wendepunkt


Nach dem Schulabschluss in Eton reiste Harry durch Afrika, Argentinien und Australien, arbeitete in Lesotho für eine Hilfsorganisation. Zurück im Vereinigten Königreich trat der leidenschaftliche Rugbyspieler 2005 in die prestigeträchtige Militärakademie Sandhurst ein. Auf Fotos sah der Playboy-Prinz in Begleitung attraktiver Mädchen damals häufig recht mitgenommen aus. 2005 tauchten Fotos von Harry im Nazi-Kostüm auf - ein Fehltritt, der die Nation empörte.

Den Eintritt in die Armee bezeichnete er später als "bestmögliche Flucht" vor der ständigen öffentlichen Aufmerksamkeit. "Alles änderte sich, als er Soldat wurde. Die Armee hat einen Mann aus ihm gemacht", sagt Harry-Biographin Penny Junor. 2008 wurde er nach Afghanistan geschickt und später aus Sicherheitsgründen wieder abgezogen, 2012 kehrte er für 20 Wochen als Hubschrauberpilot zurück.

Liebe auf den ersten Blick


In Interviews konnte der Prinz seine Verachtung für die Medien, die er lange für den Tod seiner Mutter verantwortlich machte, nicht verbergen. Die erste Bestätigung für seine Beziehung zu Markle im November 2016 war verbunden mit wütenden Beschwerden über rassistische und sexistische Angriffe auf seine Freundin. Markle ist geschieden und hat eine dunkelhäutige Mutter.

Doch gleichzeitig lernte Harry, seine Bekanntheit für karitative Zwecke zu nutzen. Mit den Invictus Games rief er eine Sport-Meisterschaft für verwundete Soldaten ins Leben, der erste Wettbewerb fand 2014 in London statt.

Im Juli 2016 lernte er Markle kennen. Beide schilderten das Treffen später als Liebe auf den ersten Blick. Nicht einmal zwei Jahre später heiraten sie.

Quelle: n-tv.de


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