Spanischer Kampfjet feuert scharfe Rakete über Estland ab – Irrigerweise

  08 Auqust 2018    Gelesen: 639
Spanischer Kampfjet feuert scharfe Rakete über Estland ab – Irrigerweise

Das Jagdflugzeug Eurofighter Typhoon 2000 der spanischen Luftstreitkräfte hat irrtümlicherweise eine scharfe Luft-Luft-Rakete beim Flug über dem südlichen Teil Estlands abgefeuert. Das teilte der Pressedienst der estnischen Verteidigungskräfte mit.

Die Flugbahn der Rakete sowie ihr Standort und Zustand werden derzeit genauer bestimmt, so der Dienst. Die Militärs begannen bereits mit der Suche des Flugkörpers.

„Bei der Rakete AIM-120 AMRAAM ist die Selbstzerstörung aktiviert, damit sie bei einem irrtümlichen Start in der Luft zerstört wird. Man darf jedoch nicht ausschließen, dass der Flugkörper trotzdem gelandet ist“, hieß es in der Mitteilung.

Die Rakete sei 3,7 Meter lang und besitze einen Durchmesser von 18 Zentimetern. Sie sei unweit der Stadt Otepää bei einem Übungsflug abgefeuert worden. Die Verteidigungskräfte warnen, dass weder die Rakete noch ihre Komponenten im Fall ihres Entdeckens berührt werden dürfen.

Die Raketen vom Typ AIM-120 AMRAAM sind zur Vernichtung von Luftzielen außerhalb der direkten Sichtweite bestimmt. Die Luftstreitkräfte der USA sind seit 1991 mit solchen Lenkwaffen ausgerüstet. Raketen dieses Typs gehören auch zur Bewaffnung der Truppen von Großbritannien, Deutschland, Italien, Griechenland, Finnland, Norwegen und einigen anderen Ländern. In den 1990er Jahren waren AIM-120-AMRAAM-Raketen gegen Abfangjäger MiG-23 und MiG-25 im Irak sowie bei der Nato-Militäroperation gegen MiG-29-Kampfjets 1999 im damaligen Jugoslawien eingesetzt worden.

Die baltischen Länder verfügen über keine für Luftpatrouillen tauglichen Flugzeuge. Deshalb wird ihr Luftraum seit April 2004 (nach dem Nato-Beitritt) rotationsmäßig von Flugzeugen der Länder der Allianz geschützt, die in Litauen auf dem fünf Kilometer von Šiauliai entfernt liegenden Flugplatz Zokniai und auf der Luftbasis Ämari stationiert sind. 2012 war diese Mission bei dem Nato-Gipfel in Chicago auf unbestimmte Zeit verlängert worden.

sputniknews


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