Kämpfer gegen sexuelle Gewalt geehrt

  05 Oktober 2018    Gelesen: 591
Kämpfer gegen sexuelle Gewalt geehrt

Drei Monate war die Jesidin Nadia Murad vom IS versklavt worden, ehe ihr die Flucht gelang. Seitdem kämpft sie gegen sexuelle Gewalt, nun erhält sie den Friedensnobelpreis. Auch der kongolesische Gynäkologe Denis Mukwege wird ausgezeichnet.

Wer hat im vergangenen Jahr am meisten für den Frieden auf der Welt getan? Die Jury für den Friedensnobelpreis in Oslo hat sich für die irakische Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad und den kongolesischen Arzt Denis Mukwege entschieden. Wie die Vorsitzende des Nobelkomitees, Berit Reiss-Andersen, sagte, würden beide geehrt "für ihre Anstrengungen, der sexuellen Gewalt als Kriegswaffe ein Ende zu bereiten". Beide hätten herausragend gegen diese Kriegsverbrechen gekämpft. 

"Denis Mukwege und Nadia Murad haben beide ihr eigenes Leben riskiert, indem sie mutig gegen Kriegsverbrechen kämpfen und Gerechtigkeit für die Opfer fordern", erklärte Reiss-Andersen. Eine friedlichere Welt könne es nur geben, "wenn die Frauen, ihre Sicherheit und Grundrechte in Kriegszeiten anerkannt und geschützt werden", fügte sie hinzu.

Die heute 25-jährige Murad war im August 2014 im Irak von Kämpfern der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verschleppt und versklavt worden. Ihr gelang nach drei Monaten mit Hilfe einer Nachbarsfamilie die Flucht. Sie wurde in Baden-Württemberg aufgenommen und setzt sich heute als UN-Sonderbotschafterin für die Rechte der Opfer von Menschenhandel ein. 2016 erhielt sie den Sacharow-Preis des Europaparlaments.

Der 63-jährige Arzt Mukwege aus dem Kongo betreut seit Jahren Frauen, die während des Bürgerkriegs in dem afrikanischen Land Opfer von Gruppenvergewaltigungen wurden. Er bekam 2014 den Sacharow-Preis: Im Kongo vergehe kaum ein Tag ohne menschliche Dramen, sagte der Arzt damals. Schwangeren Frauen werde der Bauch aufgeschlitzt, ihre ungeborenen Kinder würden zerstümmelt. Insgesamt seien im Kongo mehrere Hunderttausend Frauen vergewaltigt worden.

Der Arzt Mukwege und die Aktivistin Murad stehen für den Kampf gegen eine weltweite Plage, die weit über einzelne bewaffnete Konflikte hinausreicht, wie die #MeToo-Bewegung gezeigt hat.

Insgesamt konnte die fünfköpfige norwegische Jury in diesem Jahr zwischen 216 Personen und 115 Organisationen wählen. Der mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 860.000 Euro) dotierte Friedensnobelpreis wird als einzige der renommierten Auszeichnungen nicht in Stockholm, sondern in Oslo vergeben. Hier wird der Preis am 10. Dezember, dem Todestag von Preisstifter Alfred Nobel, auch überreicht.

Quelle: n-tv.de


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