Polen will ohne Russland des Beginns des Zweiten Weltkrieges gedenken

  20 März 2019    Gelesen: 842
  Polen will ohne Russland des Beginns des Zweiten Weltkrieges gedenken

Polens Präsident Andrzej Duda hat Russland nicht zu den Gedenkfeierlichkeiten anlässlich des 80. Jahrestages des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges eingeladen. Der ehemalige polnische Abgeordnete Piotr Ikonowicz hat diese Haltung in einem Interview mit Sputnik scharf kritisiert.

Es sei schnöder Undank, Russlands Beitrag im Sieg über den Nazismus zu ignorieren, ist sich Ikonowicz sicher:

„Meiner Meinung nach ist es gelinde gesagt unelegant, und ehrlich gesagt ist es schnöder Undank. Denn trotz der nach der Konferenz von Jalta etablierten Beziehungen gäbe es kein polnisches Volk mehr, hätten nicht 600.000 russische Soldaten ihr Leben geopfert", sagte er.

„Es tut mir leid, ich schäme mich für meinen Präsidenten, dass er sich so verhalten hat". Es gebe keine Gründe für ihn, die Sowjetunion zu lieben, betonte Ikonowicz. Allerdings würden die Menschen, die ihr Leben gegeben hätten, um den Faschismus und Nazismus zu bekämpfen und „Polen von diesen Schrecken zu erlösen, Dankbarkeit und Achtung verdienen", äußerte er.

Selbst vor dem Hintergrund der heutigen schwierigen Beziehungen zwischen dem Westen und Russland habe sich die polnische Staatsmacht nicht von ihrer besten Seite präsentiert, so der Politiker:

„Es gibt Veranstaltungen, die die Alliierten seit dem (Zweiten Welt-)Krieg organisieren. Niemandem in den westlichen Ländern würde einfallen, Russlands Vertreter nicht zu diesen Veranstaltungen einzuladen. Polen fällt auf, im negativen Sinne, wie auch der polnische Präsident."

Polens Verhalten in diesem Zwischenfall sei der Versuch einer Geschichtsverfälschung, zeigt sich Ikonowicz überzeugt: „Damals war die ganze Welt gegen Hitler. Man muss sich an diese Allianz erinnern, das war eine gerechte Allianz. Und nur durch diese Allianz wurde der Nazismus besiegt", sagte er abschließend.

Zuvor hatte Duda die Staats- und Regierungschefs der EU, der Nato und der Länder der Östlichen Partnerschaft sowie den UN-Generalsekretär eingeladen, der Gedenkfeier zum 80. Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs am 1. September beizuwohnen, die „wahrscheinlich in Warschau stattfinden wird", so ein Sprecher der Administration des polnischen Präsidenten.

An die Staatsbehörden Russlands wurde dabei keine Einladung gerichtet, verlautet es aus einer auf der Webseite des polnischen Staatschefs veröffentlichten Mitteilung.

sputniknews


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