Wissenschaftler erklärt: Unverheiratete Frauen ohne Kinder sind am glücklichsten

  29 Mai 2019    Gelesen: 358
Wissenschaftler erklärt: Unverheiratete Frauen ohne Kinder sind am glücklichsten

Macht es Frauen wirklich glücklich, wenn sie heiraten und Kinder kriegen? Nicht, wenn es nach Verhaltensforscher Paul Dolan geht. Der Wissenschaftler erklärt, dass das traditionelle Frauenbild nicht mit der Zufriedenheit korreliere.

Unverheiratete Frauen ohne Kinder sind nicht nur glücklicher als verheiratete Frauen mit Kindern, sondern sogar die glücklichste Bevölkerungsgruppe überhaupt. Zu dieser Erkenntnis kommt nun Paul Dolan, seines Zeichens Professor für Verhaltensforschung an der Londoner School of Economics.

Am Samstag erklärte der Wissenschaftler auf dem Hay-Festival in Wales, dass traditionelle Erfolgsindikatoren wie die Ehe und die Kindererziehung nicht mit dem Glück einer Person korrelieren.

Paul Dolan zufolge sind verheiratete Menschen lediglich in Anwesenheit des jeweiligen Partners glücklicher. Ansonsten verkehrt sich der Zustand eher ins Gegenteil – Zitat: "Wenn der Partner nicht anwesend ist, fühlen sie sich verdammt elend."

Ehe zahlt sich für Männer aus

Auf der Basis von Längsschnittdaten kommt der Verhaltensforscher zu dem Ergebnis: "Wenn du ein Mann bist, solltest du wahrscheinlich heiraten. Wenn du eine Frau bist, kümmere dich nicht darum."

Grund für diese Aussage: Männer profitieren Dolan zufolge von der Ehe. Sie sollen infolgedessen ausgeglichener sein, weniger Risiken eingehen, mehr Geld verdienen und sogar etwas länger leben.

Anders sieht es hingegen beim weiblichen Geschlecht aus. "Sie muss sich damit abfinden und stirbt früher, als wenn sie nie verheiratet wäre", so Dolan. "Die gesündeste und glücklichste Bevölkerungsgruppe sind Frauen, die nie geheiratet haben oder Kinder hatten."

Kein uneingeschränktes Glück

Dennoch gebe es laut dem Verhaltensforscher eine Einschränkung: Obwohl es Frauen glücklicher mache, nicht verheiratet und kinderlos zu sein, könnten sie letzten Endes nichtsdestotrotz unglücklicher sein als verheiratete Frauen mit Kindern.

Grund hierfür sei das Stigma, das Frauen ohne Mann und ohne Kinder anhaftet. Sowohl die Ehe als auch das Kinderkriegen seien gesellschaftlich immer noch ein Zeichen des Erfolgs und existieren immer noch als traditionelles Leitbild.

Dazu führt Paul Dolan an: "Du siehst eine alleinstehende 40-jährige Frau, die keine Kinder bekommen hat – 'Das ist eine Schande, nicht wahr? Vielleicht triffst du eines Tages den richtigen Mann und das wird sich ändern.' Nein, vielleicht trifft sie den falschen Mann und das wird sich ändern. Vielleicht trifft sie einen Mann, der sie weniger glücklich und gesund macht, und sie stirbt früher." © 1&1 Mail & Media / CF

 

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