S-400-Kauf: USA erwägen neue Sanktionen gegen die Türkei – Bloomberg

  19 Juni 2019    Gelesen: 477
  S-400-Kauf: USA erwägen neue Sanktionen gegen die Türkei – Bloomberg

Die US-Regierung erwägt drei neue Sanktionspakete gegen die Türkei wegen des Kaufs russischer S-400-Flugabwehrraketensysteme. Die Strafmaßnahmen könnten im Juli verhängt werden. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Quellen.

Das schwerwiegendste Sanktionspaket, das die Vertreter des Nationalen Sicherheitsrates der USA, des Außenministeriums sowie des US-Finanzministeriums derzeit erörtern, werde „die Wirtschaft der Türkei erschüttern, die ohnehin schwere Zeiten durchläuft“.

Aktuell ist es sehr wahrscheinlich, dass die Sanktionen vor allem gegen mehrere türkische Rüstungsunternehmen verhängt werden, wie im Gesetz zur Implementierung und Ausweitung von Sanktionen (Countering America's Adversaries Through Sanctions Act CAATSA) vorgesehen. Im Rahmen dieses Gesetzes sollen Länder bestraft werden, die mit Russland Geschäfte machten.

Derartige Strafmaßnahmen sollen den Zugang zum US-amerikanischen Finanzsystem für die türkischen Unternehmen kappen. Dies werde ihnen fast unmöglich machen, amerikanische Produkte zu kaufen oder ihre Produkte in den Vereinigten Staaten zu verkaufen.

Neue Sanktionen könnten bereits im Juli verhängt werden, wenn die Türkeidie ersten S-400-Systeme erhalten werde, so die Quellen von Bloomberg. Dabei gibt die türkische Seite an, dass Ankara unbeirrt an seinen Plänen festhalte, weil „das Vertrauen zu Washington vollständig untergraben ist“.

Die USA und andere Nato-Länder hatten Ankara wiederholt wegen des Deals mit Moskau kritisiert. Zudem hatte das Pentagon der Türkei klar gemacht, dass der Erwerb der russischen S-400 Raketenabwehrsysteme ihre Teilnahme am Programm zur Entwicklung des neuesten US-amerikanischen F-35-Jagdbombers völlig ausschließen werde.

Die an die Türkei zu liefernden Fla-Raketenkomplexe S-400 werden laut den Worten des türkischen Außenministers, Mevlüt Çavuşoğlu, nicht ins Nato-Raketenabwehrsystem integriert und stellen auch keine Bedrohung für US-amerikanische F-35 Jagdflugzeuge dar.

sputniknews


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