Werden Japan und Südkorea diplomatische Beziehungen abbrechen?

  23 Auqust 2019    Gelesen: 479
  Werden Japan und Südkorea diplomatische Beziehungen abbrechen?

Südkorea wird ein mit Japan geschlossenes Abkommen über den Austausch nachrichtendienstlicher Daten (GSOMIA) aufkündigen. Eine dahin gehende Entscheidung wurde nach mehrstündiger Debatte in der Verwaltung für nationale Sicherheit beim Präsidenten Südkoreas getroffen, meldet die Nachrichtenagentur Reuters.

Japan werde rechtzeitig davon in Kenntnis gesetzt, hieß es in Seoul. Vereinbarungsgemäß sollte das Abkommen am 24. August automatisch verlängert werden, falls keine Seite den Wunsch bekundet, es aufzukündigen.

Reuters zufolge dürften die USA diese Entscheidung negativ auffassen. Für Washington ist die Kooperation seiner wichtigsten Verbündeten in Asien im Bereich der Sicherheit extrem wichtig, weil damit die nukleare und die Raketenbedrohung vonseiten Nordkoreas abgefedert werden könnte.

Zuvor war von Verhandlungen der Außenminister beider Länder die Rede gewesen, die in China zusammenkommen sollten. Die Gespräche haben zum Ziel, die Spannungen zwischen Südkorea und Japan abzubauen, die bereits in eine schwere ökonomische Konfrontation ausgeartet sind.

Im August hatte Tokio Seoul von der Liste seiner vorrangigen Handelspartner gestrichen und die Ausfuhr von chemischen Stoffen und Originalteilen für Technik nach Südkorea eingeschränkt. Der Grund: Tokio verdächtigt Seoul, Dual-Use-Güter an Nordkorea zu liefern. Darauf entzog Südkorea dem einstigen Partner das Recht auf einen beschleunigten Import.

Zu den Streitigkeiten kam es, nachdem Südkorea von Japan eine Entschädigung für die Okkupation während des Zweiten Weltkrieges gefordert hatte. Tokio wies darauf hin, dass das Problem bereits mit der Unterzeichnung eines Vertrages über die Normalisierung der Beziehungen zwischen beiden Ländern im Jahr 1965 gelöst wurde.

Das Territorium Koreas war zwischen 1910 und 1945 von Japan besetzt gewesen. Die Unabhängigkeit des Landes wurde erst nach der Zerschlagung Japans im Zweiten Weltkrieg wiederhergestellt.

am/reuters


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