„Cyber Coalition“ in Estland: Nato startet Großmanöver für Cyber-Abwehr

  02 Dezember 2019    Gelesen: 666
„Cyber Coalition“ in Estland: Nato startet Großmanöver für Cyber-Abwehr

„Cyber Coalition“, eine großangelegte Übung der Nato, beginnt an diesem Montag in Estland am Stützpunkt der Akademie der Verteidigungskräfte in Tartu. Dies teilt die Agentur RIA Novosti unter Verweis auf eine Pressemitteilung des Verteidigungsministeriums Estlands mit.

„An der Übung ˏCyber Coalitionˊ, die vom 2. bis 6. Dezember stattfindet, nehmen 27 von 29 Nato-Ländern, die Europäische Union (EU) und sechs Bündnispartner, darunter Japan, Algerien, Österreich, Finnland, Irland und Schweden teil. Fast 700 Experten für Cybersicherheit, Technologen, Militär- und Regierungsbeamte sowie Unternehmensvertreter werden die Teilnehmerländer vertreten“, hieß es in der Mitteilung. 

Bei dem Manöver werde ein realitätsnahes Szenario eines Cyberangriffs durchgespielt, bei dem die Teilnehmer in enger Zusammenarbeit die Auswirkungen auf  lebenswichtige Systeme des Staates verhindern sollen. Zudem sollen die Experten das Zusammenspiel auf nationaler und internationaler Ebene herausarbeiten.

Estland ist seit 2004 Nato-Mitglied. Das Manöver „Cyber Coalition“ findet im Land zum siebten Mal statt.

Nato-Cyberstrategie
Im August hatte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg einen detaillierten Überblick über die Cyberstrategie des Bündnisses gegeben. Er machte klar, dass die wachsende Zahl von Cyberangriffen die Nato herausfordere und man mit einem Bündel von verschiedenen Abwehrmaßnahmen, darunter das Abhalten sogenannter „Cyber-Manöver“, die Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses weiter stärken wolle.

Dabei verwies der Nato-Chef  auf den Konsensus der Nato-Mitgliedsstaaten, dass unter gewissen Umständen auch ein „Cyberangriff“ auf ein einzelnes Nato-Mitgliedsland als ein „Artikel 5-Fall“ angesehen werden könne. Artikel 5 des Nato-Vertrages von Washington (1948) legt fest, dass ein militärischer Angriff auf einen Mitgliedsstaat als ein Angriff auf alle Mitgliedsstaaten angesehen wird und somit den kollektiven Verteidigungsfall auslöst.

sputniknews


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