Generalbundesanwalt ermittelt wegen Mord an Georgier in Berlin

  04 Dezember 2019    Gelesen: 486
Generalbundesanwalt ermittelt wegen Mord an Georgier in Berlin

Karlsruhe/Berlin (Reuters) - Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen des Mordes an einem Georgier in Berlin an sich gezogen.

“Es bestehen zureichende tatsächliche Anhaltspunkte dafür, dass die Tötung von Tornike K. entweder im Auftrag von staatlichen Stellen der Russischen Föderation oder solchen der Autonomen Tschetschenischen Republik als Teil der Russischen Föderation erfolgt ist”, erklärte sie am Mittwoch. Es bestehe nach wie vor dringender Tatverdacht gegen den russischen Staatsangehörigen Vadim K. alias Vadim S.

Das Auswärtige Amt hat im Zusammenhang mit den Ermittlungen zwei russische Diplomaten zu unerwünschten Personen erklärt. Damit reagiere die Bundesregierung darauf, dass die russischen Behörden “trotz wiederholter hochrangiger und nachdrücklicher Aufforderungen nicht hinreichend bei der Aufklärung des Mordes” mitgeholfen haben, teilte das Ministerium mit. Eine “ernsthafte und unverzügliche Mitwirkung der russischen Behörden bleibt aus Sicht der Bundesregierung weiterhin geboten”.

Der Georgier war im August in Berlin mit Schüssen auf Kopf und Körper getötet worden. Kurz darauf war ein Verdächtiger festgenommen worden, als er versuchte, die mutmaßliche Tatwaffe in einen Fluss zu werfen. Der Mann sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Bisher hatte die Berliner Staatsanwaltschaft in dem Fall ermittelt. Der Getötete war im Tschetschenien-Krieg aufseiten anti-russischer Separatisten aktiv. Er ging wie viele andere Kämpfer ins Exil und lebte seit 2016 in Deutschland.


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