Gegner-Fans beleidigen Rüdiger rassistisch

  23 Dezember 2019    Gelesen: 633
Gegner-Fans beleidigen Rüdiger rassistisch

Tottenhams Son sieht nach einem Duell mit Chelseas Rüdiger die Rote Karte. Einige Anhänger fühlen sich dadurch offenbar veranlasst, den deutschen Innenverteidiger mit rassistischen Gesängen zu diffamieren. Der Vorfall in der englischen Premier League hat ein Nachspiel.

Fußball-Nationalspieler Antonio Rüdiger ist Opfer rassistischer Beleidigungen geworden. Der Verteidiger beklagte sich Mitte der zweiten Halbzeit beim 2:0-Erfolg des FC Chelsea bei Tottenham Hotspur bei seinem Kapitän Cesar Azpilicueta über rassistische Gesänge der Spurs-Anhänger.

Der Spanier benachrichtigte daraufhin Referee Anthony Taylor. "Tony kam zu mir und sagte mir, dass er rassistische Lieder gegen sich gehört hat", sagte Azpilicueta: "Also habe ich es dem Schiedsrichter gemeldet. Wir sind sehr besorgt und distanzieren uns völlig von so einem Verhalten. Alle müssen zusammen dafür sorgen, dass so etwas aufhört. Es ist nicht nur ein Problem im Fußball, sondern auch im Alltag."

Schiedsrichter Taylor veranlasste den Fifa-Vorgaben entsprechend drei Durchsagen des Stadionsprechers an die Adresse der Tottenham-Fans. Bei weiteren Vergehen hätte es sogar zu einem Spielabbruch kommen können. Die Partie wurde nach kurzer Unterbrechung fortgesetzt. Rüdiger hatte als Reaktion auf die Gesänge kurzzeitig einen Affen imitiert.

Tottenhams Heung-Min Son (62.) sah nach einer Tätlichkeit gegen Rüdiger die Rote Karte. Anschließend begannen die Beleidigungen. Chelsea gewann das Londoner Fußball-Derby durch Tore des Brasilianers Willian (12./45.+4/Foulelfmeter) mit 2:0 (2:0). In einem Statement kündigte Tottenham an, Untersuchungen zu den Vorfällen anzustellen und Zeugenaussagen einzuholen. "Jede Form des Rassismus ist vollkommen unakzeptabel und wird in unserem Stadion nicht toleriert." Sollte Individuen ermittelt werden, die für die Beleidigungen verantwortlich sind, würden Konsequenzen gezogen - inklusive einer Verbannung aus dem Stadion.

Rüdiger hatte erst vor einem Monat eine strikte Reaktion auf Rassismus angekündigt. Dann sei er "der Erste, der rausgeht. Ich mache das! Ich habe keine Furcht vor den Konsequenzen", sagte der 26 Jahre alte Innenverteidiger der "Bild am Sonntag": "Das sind Dinge, die man nicht tolerieren darf. Ich bin ein Mensch wie jeder andere auch, nur mit ein paar Pigmenten mehr."


Quelle: ntv.de


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