Studie: Kürzeres und kälteres Waschen besser für Verbraucher und Umwelt

  21 Januar 2020    Gelesen: 420
    Studie:   Kürzeres und kälteres Waschen besser für Verbraucher und Umwelt

Bei kürzeren Waschprogrammen und niedrigeren Temperaturen verblasst die Kleidung langsamer und entstehen weniger Mikrofasern, die mit dem Abwasser in die Umwelt gelangen. Dies geht aus einer Studie der Universität Leeds (Großbritannien) hervor. Studienleiter Richard Blackburn sprach darüber am Dienstag mit der dpa.

„Synthetische Mikrofasern werden bei jedem Waschen von Textilien freigesetzt und machen mehr als ein Drittel aller Kunststoffe aus, die das Meer erreichen”, erklärte Blackburn, dessen Team Tests mit Kleidungsstücken aus dem Einzelhandel durchführte. Mikrofasern von Baumwolle und anderen Naturstoffen seien sogar in noch größerer Zahl im Meer zu finden.

Wegwerfmode: Farbe und Umwelt verlieren

Die Bedrohung der Umwelt durch Wegwerfmode nehme zu, sagte Mitautorin Lucy Cotton von der Universität Leeds. Kleidung, die nach weniger als fünf Wäschen ihre Passform, Weichheit und Farbe verliere, lande schneller auf dem Müll.

Während der Studie, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Dyes and Pigments” präsentiert wurden, stellten die Forscher fest, dass die Entfärbung der Textilien zwischen 20 und 40 Grad stärker steigt als zwischen 40 und 60 Grad. Bei einigen der untersuchten T-Shirts war nach 16 Waschgängen mit 85 Minuten bei 40 Grad mehr als doppelt so viel Farbe verlorengegangen wie bei 16 Kurzwaschgängen (30 Minuten) bei 25 Grad. Der Farbverlust ist demnach bei Baumwolle größer als bei Polyester.

Beim ersten Waschen eines dunklen Kleidungsstücks bei 40 Grad im 85-Minuten-Programm fanden Blackburn und Kollegen fast 140 Milligramm Mikrofasern pro Kilogramm trockener Wäsche. Beim kalten Kurzprogramm (25 Grad, 30 Minuten) waren es 104 Milligramm. Bei heller gefärbten Stoffen lagen die Werte jeweils etwas darunter.

Nicht nur neue Klamotten Schuld

Die Forscher wiesen auch nach, dass sich nicht nur von neuen Kleidungsstücken Mikrofasern lösen: „Beim 8. und 16. Waschen wird immer noch eine signifikante Anzahl von Mikrofasern aus den Stoffen freigesetzt, was darauf hindeutet, dass es einen konsistenten Mechanismus für die Erzeugung und Freisetzung von Mikrofasern während der gesamten Lebensdauer der Stoffe gibt.”

Das deutsche Umweltbundesamt (UBA) hat weitere Tipps zum umweltschonenderen Waschen: So sollten Kunden schon beim Kauf einer Waschmaschine darauf achten, dass das Gerät eine möglichst hohe Energieeffizienzklasse besitzt. Auch sollte das Fassungsvermögen der Trommel nicht zu groß gewählt werden, um Waschgänge mit halbleerer Trommel zu vermeiden. Waschmittel gelte es sparsam zu verwenden – heutige superkompakte Waschmittel seien etwa doppelt so ergiebig wie die von vor 20 Jahren.

„Fortschritte in der Waschmitteltechnologie, insbesondere bei nachhaltigen Inhaltsstoffen wie Enzymen, ermöglichen es den Verbrauchern, in kälteren und schnelleren Wäschen hervorragende Reinigungsergebnisse zu erzielen”, erklärte Neil Lant vom Waschmittelhersteller Procter & Gamble, ein Mitautor der Studie.

msch/sb/dpa


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