Gedenkstätte oder Touristenmagnet?

  21 Januar 2020    Gelesen: 533
Gedenkstätte oder Touristenmagnet?

Der Grund für den Besuch in einer KZ-Gedenkstätte ist für manche offenbar weniger, sich mit der NS-Geschichte auseinanderzusetzen; sondern vielmehr, mal da gewesen zu sein.

Der Leiter der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen beispielsweise beobachtet, dass solche Erinnerungsorte immer stärker zu touristischen Zielen werden. Dabei spricht er von seiner eigenen Einrichtung, aber auch von den Museen in Auschwitz und Buchenwald. Jeder kenne die Bilder von dort, jeder möchte einmal dort gewesen sein. Der Gedenkstätten-Leiter erklärt sich damit auch, dass immer mehr Selfies bei solchen Besuchen gemacht und gepostet werden. Die Gedenkstätte Auschwitz ruft regelmäßig dazu auf, auf solche Fotos zu verzichten.

Der Gedenkstätten-Leiter von Bergen-Belsen sieht als ein Mittel dagegen, das Geschichtsinteresse bei den Besuchern zu wecken. Er wirbt deshalb für Führungen und Seminare, die über einen oder mehrere Tage gehen – und nicht nur eineinhalb Stunden dauern.


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