Fernsehregisseur Urs Egger ist tot

  21 Januar 2020    Gelesen: 494
Fernsehregisseur Urs Egger ist tot

Er drehte den ersten Schweizer "Tatort" und Eventfilme wie "Opernball": Der preisgekrönte Fernsehregisseur Urs Egger ist im Alter von 66 Jahren gestorben.

In den Neunziger- und Nullerjahren machte sich Urs Egger als Regisseur von aufwendigen Fernsehfilmen einen Namen. Oft handelte es sich um Zweiteiler. 1998 drehte er etwa mit Heiner Lauterbach "Opernball", 2004 mit Tobias Moretti "Die Rückkehr des Tanzlehrers".

Vor allem im Krimi-Genre war Egger erfolgreich. 1990 inszenierte der in Bern geborene Filmemacher mit der Episode "Howalds Fall" den ersten "Tatort", den das Schweizer Fernsehen zur Krimireihe beisteuerte. Es folgten Thriller wie "Der Mörder meines Vaters" (2004), "Erlkönig" (2007) oder - wieder in zwei Teilen - "Das jüngste Gericht" (2008).

Für Sat.1 drehte der Schweizer mit "Restrisiko", einen Katastrophenthriller über den Unfall in einem Atomkraftwerk; der Film wurde im Januar 2011 ausgestrahlt - zwei Monate vor dem Reaktorunglück in Fukushima.

Zuletzt arbeitete Egger viel für das ZDF. Der Fernsehfilmchef des Senders, Frank Zervos, erklärte zu seinem Tod: "Urs Egger war eine wichtige Säule unseres Fiktion-Programms im ZDF, und er beherrschte souverän die große Bandbreite der Genres von Krimi, über Komödie bis zum Drama. Die Zuschauer liebten seine Filme."

Egger, der nach seinem Studium in Los Angeles auch als Regieassistent beim Bond-Film "Hauch des Todes" gearbeitet hatte, wurde unter anderem mit dem Adolf-Grimme-Preis, dem Deutschen Fernsehpreis und der österreichischen Goldenen Romy ausgezeichnet. Einer seiner letzten Filme, "Das Wunder von Wörgl", war erst letzte Woche für einen Grimme-Preis nominiert worden.

Am Dienstag ist Urs Egger nach langer Krankheit im Alter von 66 Jahren gestorben.

spiegel


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