Netanyahu: Iran wollte Flugzeug-Abschuss vertuschen

  24 Januar 2020    Gelesen: 281
    Netanyahu:   Iran wollte Flugzeug-Abschuss vertuschen

Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu hat bei einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenski am Freitag den Iran beschuldigt, den Abschuss des ukrainischen Passagierflugzeugs vertuschen wollen zu haben. Bei der Katastrophe Anfang Januar nahe Teheran waren alle 176 Insassen der Boeing umgekommen.

Die Maschine der Ukraine International Airlines (UIA) war am 8. Januar inmitten einer militärischen Konfrontation zwischen dem Iran und den USA abgeschossen worden. Iranische Regierungsstellen hatten zunächst von einem technischen Defekt gesprochen.

„Der Iran wusste sofort, dass seine Kräfte ihr Flugzeug abgeschossen haben. Sie versuchten 48 Stunden lang das zu verbergen, bis sie es dann aber zugeben mussten“, so der israelische Regierungschef am Freitag zu Selenski.
„Ich denke, das spricht Bände darüber, was das für ein Regime ist.“

Netanyahu bezeichnete Israel und die Ukraine als „zwei Demokratien, die Zukunft mit Zusammenarbeit, Technologieaustausch und Tourismus verbinden“.

„Ich möchte mit Ihnen auch darüber sprechen, wie wir uns Kräften und Regimes entgegenstellen können, die unsere gemeinsame Zivilisation und unsere gemeinsame Zukunft gefährden“, sagte er.

Der Iran hatte erst drei Tage nach dem Abschuss der ukrainischen Boeing eingestanden, die ukrainische Maschine irrtümlich zum Absturz gebracht zu haben. Das in voller Alarmbereitschaft befindliche iranische Militär habe das Passagierflugzeug für einen Marschflugkörper gehalten, hieß es aus Teheran. Den Vertuschungsvorwurf weist der Iran zurück.

Der iranische Präsident, Hassan Rohani, entschuldigte sich dann in einem Telefongespräch mit seinem ukrainischen Kollegen Selenski offiziell. Selenski forderte von der Regierung in Teheran neben einer offiziellen Entschuldigung auch die Bestrafung der Verantwortlichen und eine Entschädigung.

Selenski war am Donnerstag nach Israel gereist, um zusammen mit Staats- und Regierungschefs aus 45 Ländern der Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau vor 75 Jahren zu gedenken. Im letzten Moment sagte die ukrainische Delegation ihre Teilnahme an dem Holocaust-Forum jedoch ab, um ihre Plätze nach eigener Aussage den Zeitzeugen zu überlassen, die wegen großen Andrangs nicht zu der Veranstaltung konnten.

leo/ae


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