Trump warnt Amerikaner vor "schrecklicher Zeit"

  05 April 2020    Gelesen: 223
Trump warnt Amerikaner vor "schrecklicher Zeit"

In seinem täglichen Pressebriefing scheint es fast so, als sei Donald Trump der Optimismus ein wenig abhanden gekommen. In den kommenden beiden Wochen seien "viele Tote" zu erwarten. Die Zahlen, die seine Beraterin vorlegt, machen in der Tat wenig Hoffnung.

US-Präsident Donald Trump hat die Vereinigten Staaten angesichts steigender Opferzahlen der Coronavirus-Epidemie auf harte Zeiten eingeschworen. Es werde in den nächsten zwei Wochen "viele Tote geben, leider", sagte Trump am Samstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. Die kommende und die darauffolgende Woche würden vermutlich die schlimmsten sein, sagte Trump. "Wir kommen auf eine Zeit zu, die sehr schrecklich sein wird", so Trump. "Wir haben wahrscheinlich noch nie solche Zahlen gesehen. Vielleicht während des Krieges, während des Ersten oder Zweiten Weltkrieges."

Allein am Samstag kamen in den USA mehr als 1000 Menschen infolge der Lungenerkrankung Covid-19 ums Leben, zeigen Zahlen der John Hopkins Universität. Die Zahl der bekannten Infektionen hat die Marke von 311.000 überschritten. Das sind deutlich mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Experten rechnen für die kommenden zehn Tagen mit einem weiteren Anstieg der Opferzahlen. Trumps Beraterin Deborah Birx verwies am Samstag erneut auf eine Modellrechnung, wonach bis Mitte April rund 2600 Tote pro Tag zu erwarten seien. Laut dem Modell des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle würde die Opferzahl von derzeit 8300 bis Ende April auf rund 70.000 ansteigen und sich ab Juni in den USA bei etwa 90.000 Toten stabilisieren. Bislang gibt es weltweit - inklusive stark betroffener Länder wie Italien und Spanien - rund 65.000 Tote.

Patienten sterben typischerweise zwei bis drei Wochen nach einer Ansteckung mit dem Virus Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Die derzeitigen Opfer haben sich zumeist infiziert, bevor die USA zu weitgehenden Schutzmaßnahmen gegriffen haben. In besonders betroffenen Bundesstaaten wie New York, Michigan und Louisiana sei in der nächsten Woche mit deutlich mehr Toten zu rechnen, erklärte Birx. Inzwischen haben die meisten Staaten Ausgangsbeschränkungen verhängt. Entscheidend sei es, dass die Zahl der Neuansteckungen jetzt bald zurückgehe, sagte Birx. Sobald dies der Fall sei, gebe es Licht am Ende des Tunnels.

New York trifft es am härtesten

Der Ostküstenstaat New York und die gleichnamige Metropole sind derzeit am schlimmsten von der Epidemie betroffen. Dort gab es bislang fast 114.000 bekannte Infektionen und rund 3600 Tote. Gouverneur Andrew Cuomo erklärte, es werde händeringend daran gearbeitet, sich auf den bevorstehenden Höhepunkt der Epidemie vorzubereiten. "Je mehr Zeit wir haben, die Kapazität des Systems zu verbessern, desto besser", sagte er vor Journalisten. Er hoffe, dass New York die Epidemie dank der ergriffenen Schutzmaßnahmen bald überstehen könne. "Ich will, dass das alles vorbei ist", sagte er.

Die weitgehende Stilllegung des öffentlichen Lebens zur Eindämmung der Epidemie hat drastische wirtschaftliche Folgen. Allein in der zweiten Märzhälfte haben in den USA rund 10 Millionen Menschen Arbeitslosenhilfe beantragt, die Konjunktur ist im freien Fall. Trump macht daher Druck, die Schutzmaßnahmen so bald wie möglich wieder zu lockern. "Wir müssen das Land wieder geöffnet kriegen", sagte er. "Die Medizin darf nicht schlimmer sein als das Problem selbst." Sobald das Land bei "voller Gesundheit" sei, würden Menschen wieder in Restaurants essen gehen, Reisen und Stadien besuchen, so Trump.

Quelle: ntv.de, ino/dpa


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