Tausende unterstützen Petition gegen das sogenannte „Donaulied“

  01 Juni 2020    Gelesen: 472
Tausende unterstützen Petition gegen das sogenannte „Donaulied“

Mehr als 18.000 Menschen haben eine Online-Petition gegen ein sexistisches Festzeltlied unterzeichnet.

Sie fordern, dass das sogenannte Donaulied, das von der Vergewaltigung eines schlafenden Mädchens handelt, nicht mehr in Passauer Festzelten und Kneipen gesungen werden soll. Initiiert hatte die Petition eine Passauer Studentin. Ziel sei nicht ein Verbot des Liedes, betonte sie. Vielmehr sollten sich die Leute mit dem Text auseinandersetzen, der Vergewaltigungen verharmlose, und dann freiwillig auf das Singen verzichten. In dem Lied heißt es unter anderem: „Ich machte mich über die Schlafende her (...) Sie hörte das rauschen der Donau nicht mehr (...) Mein Mädchen, mein Mädchen, was regst du dich auf“.

Unterstützung bekommt die Studentin von Michael Fischer, Direktor des Zentrums für Populäre Kultur und Musik an der Universität Freiburg. Er sagte der "Süddeutschen Zeitung„, das Lied stamme aus dem 19. Jahrhundert und sei vielfach parodiert worden. Die heute noch bekannte Fassung sei möglicherweise im Ersten Weltkrieg entstanden. „Wenn dies stimmt, müsste man die derbe Lesart mit der Situation junger Männer im Krieg zusammenbringen.“ Aus heutiger Sicht sei der Text unerträglich – nicht nur aus der Perspektive von Frauen, sondern auch aus der Perspektive der Männer, die als Vergewaltiger dargestellt würden. Das Singen solcher Lieder habe nichts mit Humor, Harmlosigkeit oder Traditionspflege zu tun.

Dennoch stößt die Petition in Sozialen Netzwerken auch auf Kritik, die Initiatoren werden beleidigt. Die Mehrheit der Reaktionen sei aber positiv, betonen diese.

deutschlandfunk


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