„Schmutzige Methoden“: Moskau reagiert auf Vorwürfe der Einmischung in US-Proteste

  01 Juni 2020    Gelesen: 288
  „Schmutzige Methoden“:   Moskau reagiert auf Vorwürfe der Einmischung in US-Proteste

Der Kreml hält die Vorwürfe der Ex-Sicherheitsberaterin des US-Präsidenten, Susan Rice, über eine angebliche Einmischung Russlands in die US-Ausschreitungen für eine falsche Unterstellung, die den offiziellen Standpunkt Washingtons nicht widerspiegelt. Auch Russlands Außenministerium zeigte sich von den Aussagen von Rice empört.

Moskau betrachte die Situation in den USA als eine innere Angelegenheit des Landes und beabsichtige daher nicht, sich einzumischen, teilte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Montag in Moskau mit.

„Natürlich verfolgen wir mit, was in den Vereinigten Staaten passiert, aber was dort passiert, ist eine interne Angelegenheit dieses Landes. Wir haben uns nie in amerikanische Angelegenheiten eingemischt und werden das auch jetzt nicht tun“, so Peskow.

„Alle Unterstellungen, wie jene, die Sie erwähnt haben (eine Aussage von Susan Rice – Anm. d. Red.), sind natürlich absolut falsch und soweit wir das verstehen, können solche Unterstellungen in keiner Weise Washingtons offiziellen Standpunkt widerspiegeln“, sagte Peskow gegenüber den Journalisten.

Russlands Außenministerium nimmt Stellung
Auch Russlands Außenministerium äußerte sich zu den Aussagen von Rice. Laut der  Pressesprecherin des Außenamts, Maria Sacharowa, sind die Vorwürfe gegen Russland unbegründet und stellen schmutzige Methoden und Informationsmanipulationen dar.

In ihrem Facebook-Account merkte Sacharowa an, dass die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton und das gesamte Team des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama „sich selbst überzeugt haben und die ganze Welt davon überzeugen wollten, dass die internen Probleme der USA von jemandem von außen,  und nämlich von Russland, verursacht und verschärft werden“.

„Sie versuchen heute, diesen Fehler zu wiederholen, indem Sie gemeinsam mit einem CNN-Journalisten auf schmutzige Methoden der Informationsmanipulation zurückgreifen: auf falsche Aussagen und keine Fakten, die sie stützen würden. Das ist Propaganda”, wandte sich Sacharowa an Rice.

Sie erinnerte auch daran, dass die sozialen Netzwerke, von denen Rice glaube, dass sie zur Auslösung von Protesten genutzt würden, in den USA registriert, von den Vereinigten Staaten aus gesetzlich reguliert würden und den Amerikanern gehörten.

„Versuchen Sie noch einmal, die ‚russische Karte’ zu spielen? Sie haben sich ins Spiel vertieft, kehren Sie in die Realität zurück. Gehen Sie zu Ihren Menschen und sagen Sie ihnen ins Gesicht, dass sie über YouTube und Facebook von Russen kontrolliert werden. Und ich werde dem ‚Amerikanischen Exzeptionalismus’ in Aktion zusehen“, fügte Sacharowa hinzu.

Rice erhebt unbegründete Vorwürfe gegen Russland 
Zuvor hatte die ehemalige Beraterin des US-Präsidenten für nationale Sicherheit, Susan Rice, in einem Interview mit dem Sender CNN gesagt, Russland könnte hinter der Gewalt bei den Protesten in den USA stehen. Beweise oder konkreten Tatsachen dazu führte sie nicht an.

„Ich wäre nicht überrascht, wenn ich herausfände, dass sie (die Russen - Anm. d. Red.) einige der Extremisten über soziale Netzwerke angeregt haben. Ich wäre nicht überrascht, wenn ich herausfände, dass sie das (die Proteste - Anm. d. Red.) auf die eine oder andere Weise finanzieren“, sagte sie.

Proteste in den USA
In Minneapolis und weiteren US-Städten kommt es nach dem Tod des Afroamerikaners Floyd  zu teils gewaltsamen Protesten. Wegen der Proteste vor dem Weißen Haus in Washington hatte der Sicherheitsdienst US-Präsident Donald Trump am Freitag laut CNN für fast eine Stunde in einen Bunker gebracht.

Floyd war am vergangenen Montag bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis ums Leben gekommen. Alle vier an dem Einsatz beteiligten Polizisten wurden entlassen, einer von ihnen wurde wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Bei ihm handelt es sich um den weißen Polizisten, der sein Knie minutenlang an den Hals Floyds gedrückt hatte.

Der 46-Jährige hatte mehrfach um Hilfe gefleht, bevor er das Bewusstsein verlor, wie ein Video festgehalten hatte. Der Schwarze wurde bei seiner Ankunft im Krankenhaus für tot erklärt. Die Untersuchungen gegen die drei anderen Polizisten dauern an.

sputniknews


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