Justizministerin erhöht bei Gesetz zu Frauenquote Druck auf Union

  02 Juni 2020    Gelesen: 410
Justizministerin erhöht bei Gesetz zu Frauenquote Druck auf Union

Die SPD erhöht beim Thema Frauenquote den Druck auf die Union.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) warnte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) davor, wegen der Pandemie das Gesetzesvorhaben zur Erhöhung des Frauenanteils in Unternehmensvorständen zu blockieren. Es wäre "absurd, wenn jetzt die Corona-Krise als Argument dafür angeführt würde, eine bessere Beteiligung von Frauen in Vorständen zu verhindern", sagte Lambrecht den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagsausgaben).

Die Corona-Krise dürfe nicht dazu führen, "dass veraltete Rollenbilder von Frauen und Männern zementiert werden", erklärte die Ministerin. Deswegen müsse gerade jetzt besonders darauf geachtet werden, dass die Gleichstellung in allen Lebensbereichen vorankomme - auch in der Wirtschaft.
Bei der Besetzung von Posten in Unternehmensvorständen mit Frauen gebe es "ein besonders krasses Defizit", sagte Lambrecht den Zeitungen. Diese Führungsgremien seien "nach wie vor absolut männerdominiert". Am Wochenende hatte auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) Altmaier in der "Bild am Sonntag" vor einer Blockade des Gesetzes gewarnt.

Den Funke-Zeitungen zufolge sieht ein von Giffey und Lambrecht erarbeiteter Gesetzentwurf vor, dass börsennotierte Unternehmen mit einem mindestens vierköpfigen Vorstand in Zukunft wenigstens einen der Posten mit einer Frau besetzen müssen. Werde gegen diese Mindestbeteiligung verstoßen, solle der Sitz im Vorstand unbesetzt bleiben. Der Entwurf befindet sich demnach seit Ende Februar in der regierungsinternen Abstimmung.

Lambrecht warnte, deutsche Unternehmen machten sich "im internationalen Vergleich auf Dauer lächerlich, wenn sie Frauen weiterhin von Vorstandspositionen ausschließen". Das CDU-geführte Bundeswirtschaftsministerium ließ nach Angaben der Funke-Zeitungen hingegen durchblicken, dass es die Vorschläge der SPD skeptisch sieht. Man achte "grundsätzlich darauf, dass die Bürokratie insgesamt ab- und nicht zunimmt, insbesondere durch zusätzliche aufwendige Berichtspflichten", teilte demnach eine Sprecherin Altmaiers mit.

AFP.com


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