Streeck warnt vor "viel gefährlicheren" Viren

  28 Juni 2020    Gelesen: 530
Streeck warnt vor "viel gefährlicheren" Viren

Hendrik Streeck vermag nicht zu beurteilen, welche der beschlossenen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus am effektivsten war. "Man hatte nicht die Zeit abzuwarten", sagt er in einem Interview. Darin warnt er auch vor anderen Erregern, die ähnlich ansteckend sind, aber noch gefährlicher.

Der Virologe Hendrik Streeck fordert eine internationale Eingreiftruppe, um künftige Ausbrücke von Infektionskrankheiten wie dem Coronavirus zu bekämpfen. Auch einen nationalen Verband auf Bundesebene hält der Direktor des Instituts für Virologie an der Uniklinik Bonn für erstrebenswert. Der Verlauf der Corona-Pandemie habe klar gemacht, "dass man das Robert-Koch-Institut und die Weltgesundheitsorganisation WHO stärken muss", sagt er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) in einem Interview. Es müsse "ein Emergency Response Team der WHO geben" - eine Einheit, "die weltweit Infektionen eindämmen kann".

So etwas würde er sich auch für Deutschland wünschen: "Eine Eingreiftruppe für Infektionskrankheiten. Einen Verband, der national agiert, nicht ausschließlich auf der Ebene der Länder". Streeck fügt hinzu, es wäre sinnvoll, "dies beim Robert-Koch-Institut anzudocken, eigenes Eingreifpersonal zu haben und auf das THW zurückgreifen zu können" .

Der Virologe warnte zugleich vor künftigen Pandemien, deren Erreger vielleicht ebenso ansteckend sein könnten wie das Coronavirus, aber in der Wirkung viel gefährlicher. "Sag niemals nie. Das kann passieren", sagt Streeck der FAS. Es könne sich auch ein bekanntes Virus verändern und aggressiv werden, wie die Spanische Grippe vor 100 Jahren. "Oder die Aedes-Mücke wird durch den Klimawandel bei uns heimisch, und wir bekommen es mit Dengue-Fieber zu tun."

Welche der beschlossenen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus am effektivsten war, vermag Streeck nicht zu beurteilen. "Man hat anfangs sehr schnell viele verschiedene Maßnahmen ergriffen, und man hatte nicht die Zeit abzuwarten, welche von ihnen wie wirkt", erklärt der Virologe. "Doch das Virus nimmt sich seine Zeit. Dadurch konnte man im Nachhinein nicht immer nachvollziehen, was am effektivsten war."

Quelle: ntv.de, chr


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