Technische Probleme bei Nasa-Mission

  31 Juli 2020    Gelesen: 313
 Technische Probleme bei Nasa-Mission

Der Start lief noch reibungslos, doch nun meldet die US-Raumfahrtbehörde Nasa Schwierigkeiten bei der Marsmission. Möglicherweise hängen diese mit der Temperatur zusammen.

Nach dem Start zum Mars am Donnerstagmorgen (Ortszeit) ist das Raumschiff mit dem US-Rover "Perseverance" ("Durchhaltevermögen") an Bord anscheinend in einen abgesicherten Modus versetzt worden. "Wahrscheinlich, weil ein Teil des Raumfahrzeugs etwas kälter als erwartet war", als es sich im Schatten der Erde befand, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Donnerstag mit. Die Temperaturen hätten sich jedoch wieder eingependelt und das Raumschiff befinde sich außerhalb des Erdschattens.

Der Nasa zufolge bedeutet ein Wechseln in den abgesicherten Modus, dass alle nicht wesentlichen Systeme abgeschaltet werden. Raumschiffe könnten diese Maßnahme selbst einleiten, wenn die tatsächlichen Bedingungen während des Fluges von den vorhergesagten Werten abweichen. "Derzeit führt die Mission Mars 2020 eine vollständige Zustandsbewertung des Raumfahrzeugs durch und arbeitet daran, es für seine Reise zum Mars wieder in eine nominelle Konfiguration zu bringen", so die Nasa weiter.

"Die Rakete ist glücklich"
Der stellvertretende Missionsleiter Matt Wallace sagte, der Vorfall sei nicht allzu besorgniserregend: "Das ist vollkommen in Ordnung, die Rakete ist glücklich". Und: "Bisher sieht alles, was ich gesehen habe, gut aus. In Kürze werden wir mehr wissen."

Die Rakete war am Donnerstagmorgen planmäßig von Cape Canaveral aus gestartet. Für die Reise zum Mars wurden sieben Monate veranschlagt, der mehr als eine Tonne schwere unbemannte Roboter von der Größe eines Kleinwagens soll im Februar in dem ausgetrockneten See "Jezero Crater" landen. Seine Aufgabe auf dem roten Planeten ist es, nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens zu suchen, sowie das Klima und die Geologie des Planeten zu erforschen und Proben von Steinen und Staub zu nehmen.

Die Mission ist die bislang ehrgeizigste der Nasa zum Mars. Der rund 2,5 Milliarden Dollar (umgerechnet 2,1 Milliarden Euro) teure "Perseverance" ist der fünfte und technisch anspruchsvollste Mars-Rover der USA. Das Fahrzeug ist unter anderem mit einem Roboterarm und rund 20 Kameras sowie mit einem Mini-Hubschrauber ausgestattet.

Die USA planen, von 2024 an auf dem Mond einen Außenposten für eine Marsmission aufzubauen, die vielleicht schon zehn Jahre später starten könnte. Nasa-Chef Jim Bridenstine zufolge zielt die "Perseverance"-Mission deshalb auch darauf ab, "dass eines Tages Menschen nicht nur auf dem Mond leben und arbeiten, sondern auch auf einem anderen Planeten".

spiegel


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