Große Gruppe von Verschwörungstheoretikern wird von Facebook entfernt 

  07 Auqust 2020    Gelesen: 892
Große Gruppe von Verschwörungstheoretikern wird von Facebook entfernt 

Hassreden, Falschinformationen, Mobbing: Facebook hat eine Gruppe mit 200.000 Mitgliedern gesperrt. Sie stand den Verschwörungstheorien von QAnon nahe.

Facebook hat am Donnerstag bekannt gegeben, dass es eine der größten öffentlichen Gruppen in seinem Netzwerk, die sich den QAnon-Verschwörungstheorien gewidmet hatte, nach wiederholten Verstößen gegen die Unternehmensrichtlinien entfernt hat.

Die Gruppe, die sich Offiziell Q/Qanon nennt, habe fast 200.000 Mitglieder gehabt. Einer Facebook-Sprecherin zufolge ist sie aus dem Netzwerk entfernt worden, nachdem mehrere Einzelpostings gelöscht werden mussten, weil sie die Grenzen zu Mobbing und Belästigung, Hassrede und falschen Informationen überschritten hätten.

Die Sprecherin, die nicht namentlich genannt werden wollte, sagte, Facebook habe die Maßnahme bereits am Dienstag ergriffen. In seinem Bemühen, die Einhaltung der Nutzungsrichtlinien in diesem Bereich zu stärken, überwache das Unternehmen zudem noch weitere QAnon-Gruppen in dem sozialen Netzwerk.

Die QAnon-Bewegung verbreitet die Behauptung, dass die Vereinigten Staaten von einer kriminellen Organisation beherrscht würden, welcher etwa die früheren Präsidenten Bill Clinton und Barack Obama, der Milliardär George Soros sowie diverse Hollywoodstars angehören sollen. Viele QAnon-Botschaften sind antisemitisch. Die Bewegung unterstützt den US-Präsidenten Donald Trump.

Der Ursprung von QAnon liegt in anonymen Postings in den Onlineforen 4chan und 8chan, in denen jemand behauptete, Insiderwissen über die Trump-Administration und deren Kampf gegen den angeblichen "Deep State" zu haben. Der Kerngedanke ist, dass Präsident Donald Trump einen geheimen Ring von Kinderhändlern bekämpft, zu dem der Verschwörungstheorie zufolge auch prominente Demokraten und Schauspieler gehören.

Das FBI hat QAnon als eine Randbewegung bezeichnet, die wahrscheinlich extremistischer Gewalt Vorschub leiste. Etliche republikanische Politiker stehen der Bewegung nahe.

Im Mai hatte Facebook bereits ein kleineres Netzwerk von QAnon-Konten entfernt, die falsche Informationen über das Coronavirus verbreitet hatten. Auch Twitter ist bereits gegen QAnon-Anhänger vorgegangen. Im Juli sperrte das Unternehmen 7000 Konten von Nutzern, die im Zusammenhang mit QAnon-Verschwörungstheorien standen.

spiegel


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