Klimaaktivisten besetzen Kraftwerke in Berlin und Mannheim

  08 Auqust 2020    Gelesen: 330
Klimaaktivisten besetzen Kraftwerke in Berlin und Mannheim

Sie fordern "ein Ende des fossilen Kapitalismus": Protestierende drangen in Kohlekraftwerke in Berlin-Moabit und Mannheim ein - zum Teil musste der Betrieb eingestellt werden.

Sie stürmten auf die Türme des Kohlekraftwerks und entrollten dort ein Transparent mit der Aufschrift "Wer uns räumt, ist für Kohle!". Rund 20 Personen seien in das Gelände der Anlage in Berlin-Moabit eingedrungen, sagte ein Polizeisprecher. Die Besetzung war Teil einer abgestimmten Protestaktion, in deren Zuge Klimaaktivisten am frühen Samstagmorgen in zwei Kraftwerke vorstießen, um für einen schnelleren Kohleausstieg zu demonstrieren.

Die Aktivisten forderten unter anderem "ein Ende des fossilen Kapitalismus", wie die Aktionsgruppe "Direkte Aktion Berlin" mitteilte. Im 1900 erbauten Heizkraftwerk Moabit wird Steinkohle und seit 2013 auch Biomasse verfeuert. Betreiber des Kraftwerks am Friedrich-Krause-Ufer ist der schwedische Energiekonzern Vattenfall.

In Mannheim verschafften sich fünf bis sechs Menschen Zugang zum Gelände des Steinkohlekraftwerks. Laut Polizei stiegen die Aktivisten auf das Dach einer Kohleförderanlage. Das Förderband des Kraftwerkblocks sei gestoppt worden.

Betreiber des Meilers in Mannheim sind die drei Energiekonzerne RWE (Essen), EnBW (Karlsruhe) und MVV (Mannheim). 2015 ging der 1,2 Milliarden teure Block 9 ans Netz. Er hat eine Leistung von knapp 2150 Megawatt.

Das Großkraftwerk stand schon häufiger im Mittelpunkt von Protesten: Gegner hatten es als "Klimakiller" bezeichnet. Vor einem Jahr waren etwa 100 Menschen auf das Areal des Kraftwerks vorgedrungen. Damals blockierten sie die Zufahrt und ein Förderband.

spiegel


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