Bundesamt prüft Einsatz von Splitterschutzwänden an Bahnhöfen

  21 September 2020    Gelesen: 463
Bundesamt prüft Einsatz von Splitterschutzwänden an Bahnhöfen

Beton- und Metallblöcke an Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen sollen Menschen vor Terroranschlägen schützen. Sie sind in Deutschland längst Realität. Nun werden weitere Schutzmaßnahmen diskutiert.

Es geht um den Schutz vor möglichen Sprengstoffattentaten: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) prüft den Einbau von Schutzwänden in Bahnhöfen und öffentlichen Gebäuden. Die Wände sollen Menschen vor Verletzungen durch Druckwellen, große Hitze oder herumfliegende Splitter schützen, die im Fall einer Explosion entstehen können. Das BBK will zunächst herausfinden, inwiefern sich Menschen durch solche Einrichtungen sicherer - oder eher eingeschränkt fühlen.

Bei der Technologie wird auf Militärtechnik zurückgegriffen. Das Bundesamt war vor Kurzem wegen massiver Pannen am bundesweiten Warntag in die Kritik geraten. Nun will das BBK zunächst herausfinden, ob solche Barrieren das Sicherheitsgefühl der Bürger erhöhen würden oder nicht. Es richtete eine Online-Befragung ein. Teilnehmer werden etwa gefragt, wie wichtig es für sie oder ihn wäre, dass die "Bewegungsfreiheit" und die "freie Sicht" durch die Schutzwände nicht eingeschränkt würde. Die Umfrage ziele darauf ab, "die Akzeptanz von physischen Schutzmaßnahmen in der Bevölkerung zu ermitteln", erklärte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums auf Anfrage.

Gefragt wird unter anderem nach Trennwänden in Fußballstadien, Konzerthallen, Haltestellen und Bahnhöfen - mit oder ohne den zusätzlichen Einsatz von Kameraüberwachung. Die Umfrage ziele darauf ab, "die Akzeptanz von physischen Schutzmaßnahmen in der Bevölkerung zu ermitteln", erklärte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums auf Anfrage.

Forschungsprojekt Multischutz
Die Umfrage ist Teil des Forschungsprojekts Multischutz, das vom Bundeswirtschaftsministerium aus Mitteln eines Programms für die deutsche Rüstungsindustrie gefördert wird. Ziel des Programms ist es, die Unternehmen bei der Entwicklung ziviler Sicherheitstechnologien zu unterstützen.

Das Innenministerium, dem das Bundesamt untersteht, hatte sich bereits im Mai 2018 für das Projekt interessiert. Damals ging es der Abteilung, die eigentlich für Bundesbauten zuständig ist, aber um ein anderes Einsatzgebiet für die Schutzwände: Botschaften und andere deutsche Liegenschaften in "Ländern mit einer instabilen Sicherheitslage" wie etwa Afghanistan oder dem Irak.

spiegel


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