Die Spiele gehen wohl nach Brisbane und nicht nach Nordrhein-Westfalen

  25 Februar 2021    Gelesen: 229
Die Spiele gehen wohl nach Brisbane und nicht nach Nordrhein-Westfalen

Empfindlicher Rückschlag für die Bemühungen, die Sommerspiele 2032 nach Deutschland zu holen: Das Internationale Olympische Komitee favorisiert eine Austragung in Australien.

Im Rennen um die Olympischen Spiele 2032 ist das australische Brisbane der bevorzugte Kandidat des IOC. Die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees nahm am Mittwoch den Vorschlag der Kommission für künftige Sommerspiele an und machte die Region Queensland damit frühzeitig zum Favoriten.

Dies ist ein herber Dämpfer für die Initiative aus der Rhein-Ruhr-Region, die sich Hoffnungen als möglicher deutscher Bewerber macht. Erst gestern hatte Ministerpräsident Armin Laschet zu einer Pressekonferenz am Freitag eingeladen, um über den Stand der Bewerbung 2032 zu berichten.

Durch die Entscheidung der IOC-Spitze werden nun vorerst ausschließlich Verhandlungen mit den Australiern geführt. Verlaufen diese gut, wird Brisbane der IOC-Vollversammlung als 2032-Ausrichter vorgeschlagen.

Die sogenannte »Future Host Summer Commission«, die sich unter der Leitung der Norwegerin Kristin Kloster Aasen mit der Bewertung zukünftiger Gastgeber befasst, hatte die Vorschläge mehrerer Städte und Regionen geprüft. Die nun gefällte Entscheidung, so IOC-Präsident Thomas Bach, sei »keine Entscheidung gegen irgendjemanden«, sondern für die Australier.

Die Initiative Rhein-Ruhr hat offiziell noch keine Bewerbung in den Ring geworfen. Doch diese sah Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet am Dienstag noch auf einem guten Weg. »Ich rechne damit, dass wir in Bälde offizieller Bewerber der Bundesrepublik für die Olympischen Spiele werden können«, sagte der CDU-Vorsitzende. Andere deutsche Kandidaten werde es nicht geben. »Wir wollen 2032 die Spiele in Nordrhein-Westfalen ausrichten«, bekräftigte Laschet: »Es gibt seit langer Zeit wieder die Chance auf eine deutsche Bewerbung.«

Die Initiative Rhein-Ruhr zeigte sich von der Entscheidung durchaus angefasst. »Wir nehmen den überraschenden Schritt des IOC zur Kenntnis, kurzfristig mit den offiziellen Verhandlungen mit einem von mehreren potenziellen Bewerbern zu beginnen«, sagte Initiator Michael Mronz in einem Statement: »Wie das IOC bekannt gegeben hat, ist die Entscheidung von heute auch auf die starke Unterstützung von Brisbane durch das australische Nationale Olympische Komitee zurückzuführen, die im Falle Deutschlands leider nicht gegeben gewesen sei.«

Zuletzt hatte sich Leipzig um die Spiele 2012 beworben, war aber nicht in die Auswahl der fünf Kandidatenstädte gekommen. Geplante Bewerbungen von München und Hamburg für die Spiele 2022 und 2024 wurden durch Bürgerbefragungen frühzeitig gestoppt. Zuletzt hatte es 1972 in München Olympische Spiele in Deutschland gegeben.

spiegel


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