AKK will Ortskräfte nach Deutschland holen

  18 April 2021    Gelesen: 1290
AKK will Ortskräfte nach Deutschland holen

Nach fast zwei Jahrzehnten ziehen Nato und Bundeswehr aus Afghanistan ab. Bevor es soweit ist, will Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer gefährdete einheimische Mitarbeiter der Bundeswehr nach Deutschland holen. Ein Verfahren für die Aufnahme der sogenannten Ortskräfte läuft bereits.

Vor dem Abzug aus Afghanistan will Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer gefährdete einheimische Mitarbeiter der Bundeswehr vereinfacht und schnell nach Deutschland holen. Innerhalb der Bundesregierung liefen darüber bereits Gespräche, sagte die CDU-Politikerin.

"Wir reden hier von Menschen, die zum Teil über Jahre hinweg auch unter Gefährdung ihrer eigenen Sicherheit an unserer Seite gearbeitet, auch mitgekämpft haben und ihren persönlichen Beitrag geleistet haben", sagte Kramp-Karrenbauer. "Ich empfinde es als eine tiefe Verpflichtung der Bundesrepublik Deutschland, diese Menschen jetzt, wo wir das Land endgültig verlassen, nicht schutzlos zurückzulassen."

Ein Verfahren für die Aufnahme der sogenannten Ortskräfte gibt es bereits, allerdings gibt es noch eine Reihe strittiger Fälle und nun eine neue Lage. Seit Beginn des Ortskräfteverfahrens im Jahr 2013 wurden nach Angaben der Verteidigungsministeriums 781 Ortskräfte in Deutschland aufgenommen. Das deutsche Einsatzkontingent "Resolute Support" beschäftigt derzeit rund 300 Ortskräfte und soll bis August abziehen.

"Das ist ein Thema, das mir sehr wichtig ist und das mich auch umtreibt", sagte Kramp-Karrenbauer. Sie habe selber im Land mit Ortskräften gesprochen. Es sei nicht nur eine Verpflichtung der Bundeswehr, sondern aller internationalen Kräfte, die vor Ort waren, für die Sicherheit der Mitarbeiter zu sorgen.

"Ich bin der Auffassung, dass wir uns das in der Bundesregierung sehr genau anschauen müssen, und da weiß ich mich auch einig insbesondere mit dem Auswärtigen Amt", so Kramp-Karrenbauer. Auch mit Bundesinnenminister Horst Seehofer berate sie.

"Wir haben aus meiner Sicht eine veränderte Situation, weil wir nicht über die Umstellung einer Mission reden, sondern über ein Ende", so Kramp-Karrenbauer. "Und das bedeutet möglicherweise eine andere Sicherheitslage und eine andere Bewertung."

Quelle: ntv.de, jpe/dpa


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