Unions-Fraktionsvize warnt vor Kampfabstimmung

  19 April 2021    Gelesen: 1192
Unions-Fraktionsvize warnt vor Kampfabstimmung

Aus der Nacht meldet die Union keine Einigung in der Kanzlerfrage. Doch wenn Söder und Laschet keine Lösung finden, droht eine Abstimmung in der Fraktion am Dienstag. Deren Vize-Chef warnt davor eindringlich.

Der Druck auf Armin Laschet und Markus Söder wächst. Sollten sich die Parteichefs von CSU und CDU heute nicht darüber einigen können, wer von beiden Kanzlerkandidat der Union wird, könnte es morgen zu einer Kampfabstimmung in der Bundestagsfraktion der Union kommen. Der stellvertretende Fraktionschef Thorsten Frei (CDU) hofft, dass es nicht soweit kommt. "Wir sollten alles versuchen, dass das vermieden wird", sagte Frei im "ntv Frühstart". "Wenn man die CDU/CSU-Bundestagsfraktion in diese schwierige Situation treiben würde, dann wäre das nicht nur ein Schaden für die Fraktion, sondern auch für beide Parteien." Eine Abstimmung in der Fraktion könne aber nur verhindert werden, wenn sich Armin Laschet und Markus Söder doch noch einigen würden. Frei hat weiter Hoffnung, dass es heute noch dazu kommen kann: "Ich setzte darauf, dass die beiden in den nächsten Stunden gemeinsam entscheiden."

Während das Ringen weitergeht, hat die Junge Union ihren Wunschkandidaten bereits erkoren. Sie stellt sich offen hinter Markus Söder. Auch einzelne CDU-Landesverbänden wollen den CSU-Chef als Spitzenkandidat ins Rennen schicken. Fraktionsvize Frei kritisiert die offene Rückendeckung für einzelne Kandidaten und ruft zu Geschlossenheit auf: "Es ist nicht hilfreich, wenn Landesverbände oder Vereinigungen sich jetzt in Schützengräben begeben. Denn man darf nicht vergessen: Am Ende wird es einen Kanzlerkandidaten geben, und das ist unser gemeinsamer Kanzlerkandidat. Ich rate dazu, sich jetzt nicht zu sehr festzulegen." Wie wohl viele in der Union, hätte sich Frei eine schnellere Einigung in der K-Frage gewünscht: "Es wäre am schönsten gewesen, wenn wir die Frage ohne die große mediale Begleitmusik hätten entscheiden können. Das ist aber keine Medienschelte, sondern daran sind wir selber schuld."

Markus Söder und seine Unterstützer setzen auf die guten Umfragewerte des CSU-Chefs. Im "ntv Frühstart" weist Thorsten Frei darauf hin, dass Umfragewerte zwar ein entscheidendes Kriterium bei der Suche nach dem Spitzenkandidaten seien, doch nicht das entscheidende Kriterium. "Es wäre illusorisch zu sagen, dass Umfragewerte bei einer Bundestagswahl keine Rolle spielen würden. Aber man muss sie einordnen, denn Umfragewerte sind immer Momentaufnahmen.", so Frei. "Wir haben zwei ganz hervorragende Vorsitzende, die beide unzweifelhaft bestens fürs Kanzleramt geeignet sind", so der Fraktionsvize. Mit Blick auf September sagte er: "Es ist jetzt zu klären, mit welchem Spitzenkandidaten wir das bestmögliche Ergebnis bei der Bundestagswahl erreichen. Denn es ist ja mitnichten ausgemacht, dass der Kanzlerkandidat der Union, dann anschließend auch im Kanzleramt sitzen wird. Wir werden kämpfen müssen."

Quelle: ntv.de, dhe


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