Geiselnahme bei Abschiebeversuch beendet

  18 Januar 2018    Gelesen: 273
Geiselnahme bei Abschiebeversuch beendet
Als Beamte mitten in der Nacht eine Flüchtlingsunterkunft in Nordrhein-Westfalen betreten, um ein Ehepaar abzuschieben, werden zwei von ihnen kurzzeitig als Geiseln genommen. Es fallen Schüsse, die vor der Abschiebung stehende Ehefrau verletzt sich selbst.
Bei einem Polizeieinsatz in einer Flüchtlingsunterkunft in Nordrhein-Westfalen ist es am frühen Morgen kurzzeitig zu einer Geiselnahme gekommen. Wie die Polizei mitteilte, sollte ein in der Unterkunft in Borgholzhausen lebendes Ehepaar abgeschoben werden.

Als zwei Polizeibeamte, ein Mitarbeiter der Ausländerbehörde, ein Arzt und ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes gegen 3.30 Uhr die Räume betreten hätten, in denen sich auch zwei Töchter des Paares und ein Besucher aufhielten, sei es zu einem Gerangel gekommen. Dabei habe einer der Bewohner einem Polizisten die Dienstwaffe abgenommen. Es seien mehrere Schüsse gefallen, berichtete die Polizei. Es sei aber niemand verletzt worden.

Die Beamten und der Arzt konnten den Angaben zufolge aus der Wohnung flüchten. Mit dem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes und dem Angestellten der Ausländerbehörde verschanzte sich die Familie aber vorübergehend in der Wohnung. Die Polizei forderte Spezialeinheiten an, die jedoch nicht mehr eingreifen mussten: Die Familienmitglieder öffneten freiwillig die Tür und stellten sich.

Dabei berichtete die Familie von einer verletzten Frau in der Wohnung. Laut Polizei handelte es sich dabei um die Mutter, die sich nach ersten Erkenntnissen selbst eine Stichverletzung zugefügt hatte. Die Frau wurde in ein Krankenhaus gebracht; der Vater, eine Tochter und der Besucher der Familie wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen. Die genauen Hintergründe waren zunächst unklar. Zuvor hatte der Westdeutsche Rundfunk berichtet.

Quelle: n-tv.de

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