"Mazedonien ist griechisch und nur griechisch"

  22 Januar 2018    Gelesen: 912
"Mazedonien ist griechisch und nur griechisch"
Seit mehr als 25 Jahren dauert der Namensstreit zwischen Griechenland und Mazedonien an. Nun demonstrierten Zehntausende Nationalisten in Thessaloniki gegen eine Kompromisslösung.
In der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki haben Zehntausende Menschen gegen einen Kompromiss im Streit um den künftigen Namen des Nachbarlandes Mazedonien protestiert. Nach Angaben der Polizei demonstrierten rund 90.000 Menschen dagegen, dass das Land das Wort "Mazedonien" im Namen trägt.

Der Namensstreit zwischen Athen und Skopje dauert seit 1991 an. Griechenland will, dass Mazedonien seinen Namen ändert. Grund: Der nördliche Teil Griechenlands trägt auch den Namen Mazedonien. Athen blockiert deswegen den Beginn von EU-Beitrittsgesprächen ebenso wie die Nato-Mitgliedschaft des Nachbarlands.

"Mazedonien ist griechisch und nur griechisch - nur wir sind die wahren Mazedonier", skandierten die Menschen, die sich um eine Statue von Alexander dem Großen, dem berühmtesten König des antiken Makedoniens, versammelt hatten.Sie kamen offenbar mit Bussen aus allen Teilen des Landes, wie das Staatsfernsehen (ERT) berichtete. Zu der Demonstration hatten nationalistische und rechtsextreme Gruppen aufgerufen.

Am Rande der Demonstration kam es zu Rangeleien zwischen Teilnehmern und Anarchisten, die eine Gegendemonstration organisiert hatten. Die Polizei setzte Tränengas ein. Auf Twitter gab es Berichte über Angriffe auf linke Kulturzentren.



Die meisten griechischen Parteien, der Bürgermeister von Thessaloniki und die Führung der Orthodoxen Kirche Griechenlands hatten dagegen von Demonstrationen solcher Art abgeraten - insbesondere angesichts intensiver Uno-Bemühungen zur Beilegung des Namenstreits.

Tsipras für diplomatische Lösung

Die Polizei schätzte die Zahl der Demonstranten zunächst auf etwa 40.000. Am Nachmittag korrigierte sie ihre Angaben dann auf etwa 90.000. Die Veranstalter sprachen von 300.000 Menschen.

Der Uno-Sondervermittler Matthew Nimetz hatte in den vergangenen Tagen wiederholt erklärt, die Regierungen in Athen und in Skopje hätten gezeigt, dass sie eine Lösung finden wollen.

Auch der griechische Regierungschef Alexis Tsipras zeigte sich kompromissbereit: Es sei logisch, dass der Name Mazedonien mit einer geografischen oder zeitlichen Definition (wie Nord- oder Neu-Mazedonien) im neuen Namen beinhaltet sein könnte. "Es wäre nationaler Unsinn, diese Chance (für die Überwindung des Streits) nicht zu nutzen", erklärte Tsipras in einem Interview mit der Athener Zeitung "Ethnos" am Sonntag.

kry/dpa/AFP

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