Imam-Sohn wirft Muslimen vor: Kalifat und Dschihad werden noch immer gepredigt

  29 September 2015    Gelesen: 800
Imam-Sohn wirft Muslimen vor: Kalifat und Dschihad werden noch immer gepredigt
Viele der Flüchtlinge, die in Deutschland Sicherheit und Freiheit suchen, sind Muslime. Bei Frank Plasbergs "Hart aber fair" werden deshalb die Fragen aufgeworfen: Wächst mit ihrer Zahl auch der Einfluss des Islam in Deutschland? Und wie vertragen sich Grundgesetz und Koran?
„Der Islam gehört zu Deutschland.“ Dieser Satz des früheren Bundespräsidenten Christian Wulff polarisiert bis heute. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihn sich zu eigen gemacht. Der amtierende Bundespräsident Joachim Gauck dagegen wollte ihn so nicht wiederholen. Er erklärte stattdessen: „Die Muslime, die hier leben, gehören zu Deutschland.“
Tatsache ist: Vier Millionen Muslime leben Schätzungen zufolge in der Bundesrepublik. Und derzeit kommen nahezu täglich Tausende Flüchtlinge, vorwiegend aus muslimischen Ländern, neu ins Land.

Brauchen wir ein Integrationsgesetz?

Was bedeutet das für unsere Gesellschaft? Verändern die Muslime das Land? Müssen wir uns verändern? Immer mehr Politiker mahnen derzeit das Einhalten von Regeln und Gesetzen an. Die rheinland-pfälzische CDU-Politikerin Julia Klöckner hatte zuletzt ein Integrationsgesetz gefordert. Klöckner formulierte ihre Forderung, nachdem sich ein Imam geweigert hatte, ihr die Hand zu geben, weil sie eine Frau ist.

„Wir sollten unmissverständlich in einem Gesetz zusammenfassen, was für uns Grundlage des Zusammenlebens ist“, sagte Klöckner. Sie erklärte, „nicht das liberale Deutschland“ müsse sich ändern, sondern so mancher Zuwanderer. Das Grundgesetz sei „kein Bauchladen, aus dem man sich einzelne Rosinen picken“ könne.

Viele Deutsche fühlen sich bedroht

Ganz ähnlich hatte sich auch FDP-Chef Christian Lindner geäußert. Er sagte, nicht die Deutschen müssten sich anpassen, sondern die Flüchtlinge. Die Politiker nehmen damit ein Gefühl auf, das viele Menschen zur Zeit äußern: Mehr als die Hälfte der Bundesbürger , so eine Umfrage, empfindet den Islam als Bedrohung, mehr als 60 Prozent finden, die Religion passe nicht in die westliche Welt.

Die Ängste der Deutschen hätten einen realen Hintergrund, urteilte der Politologe Hamed Abdel-Samad. Der Sohn eines ägyptischen Imams und Autor eines kritischen Buchs über Mohammed forderte von den Muslimen, sich von den „Zwängen ihrer Tradition“ zu befreien.

Sie hätten sich bis heute nicht von vielen Lehren Mohammeds gelöst, so Abdel-Samad. „Mit der Idee des Dschihad wurde nie abgeschlossen, die Idee des Kalifat wird immer noch gepredigt“, kritisierte er. Damit vermittle man jungen Muslimen ein extrem konservatives Weltbild.

Frauenquote im Islam-Verein

Zekeriya Altug vom Muslim-Verband DITIB wollte das so nicht akzeptieren. Nicht weniger, sondern mehr Religion sei die Lösung. „Wer in einer Moschee sozialisiert wurde, widersteht den Rattenfängern des IS besser“, erklärte er. Von der deutschen Gesellschaft verlangt er, auch sie müsse lernen, „Respekt vor dem Anderen“ zu haben.

Den Vorwurf, muslimische Gemeinden vermittelten ein rückständiges Weltbild, konterte er: „Wir haben vor zwei Jahren als erste und einzige Religionsgemeinschaft im Vorstand eine Frauenquote eingeführt.“

Unterstützung bekam der DITIB-Vertreter vom ZDF-Journalisten Dietmar Ossenberg. Der Orient-Experte hielt die Angst der Deutschen vor dem fundamentalistischen Islam zwar für gerechtfertigt, schränkte aber ein: „Muslime haben davor genauso viel Angst.“ Für Ossenberg hat der islamistische Terror dann auch weniger mit der Religion, sondern viel mit internationalen Konflikten zu tun.

Kein Imam spricht deutsch

Weitgehend einig waren sich die anwesenden Politiker in ihrer Einschätzung. Sylvia Löhrmann, grüne Bildungsministerin aus Nordrhein-Westfalen, stellte klar: „Das Grundgesetz steht über den Religionen.“ Sie forderte eine Auseinandersetzung über die Auslegung des Islam und erklärte: „Für Gotteskrieger ist hier kein Platz.“

CDU-Politiker Jens Spahn sah es ähnlich und kritisierte zudem ein Versäumnis der Integrationspolitik: „Wir haben über Jahrzehnte nicht selbstbewusst gesagt, dass bei uns bestimmte Regeln gelten.“

Spahn schilderte ein Problem aus seinem Wahlkreis: „Mit keinem Imam kann ich mich unterhalten, weil kein einziger deutsch spricht. Sie wurden alle aus der Türkei geschickt.“ Kein Wunder, so Spahn, dass das ein ungutes Gefühl verursache. Er forderte mehr Imame, die in Deutschland ausgebildet werden und deutsch sprechen.
Über Religionen muss man lachen können
Lebhaft wurde die Diskussion, als um die von Julia Klöckner angeprangerte Verweigerung des Handschlags durch einen Imam ging. Sylvia Löhrmann berichtete, ihr sei etwas Ähnliches in einer orthodoxen jüdischen Gemeinde widerfahren.

Auch dort habe man sich geweigert, ihr als Frau die Hand zu geben. Löhrmann leitete daraus ab, dass man nicht eine einzelne Religion verdammen dürfe. „Wir müssen die Menschen auf unsere Werte verpflichten“, forderte sie. In Deutschland gehöre es sich einfach dazu, sich die Hand zu geben.

Vielleicht wollte der Imam Frau Klöckner gegenüber seinen Respekt zeigen, lautete die abenteuerliche Erklärung des DITIB-Vertreters. „Was wir in unserer Gesellschaft als Respekt ansehen, kann in einer anderen Gesellschaft als Respektlosigkeit angesehen werden.“


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