“Die Menschen sitzen in der Falle“

  29 September 2015    Gelesen: 708
“Die Menschen sitzen in der Falle“
Die afghanische Armee hat Teile von Kundus zurückerobert. Doch es halten sich nach wie vor viele Taliban in der Stadt auf, berichtet ARD-Korrespondent Halasz. Die Leidtragenden sind die Zivilisten, denn sie sitzen nun zwischen den Fronten in der Falle.
Mit Unterstützung der US-Armee haben afghanische Einheiten Teile der nordafghanischen Stadt Kundus zurückerobert. Nach Angaben von ARD-Korrespondent Gabor Halasz haben sie wieder das Polizeihauptquartier und das Gefängnis unter Kontrolle. Aus letzterem waren jedoch nach der Eroberung durch die Taliban gestern die meisten Insassen geflohen.

Zudem hätten die Taliban viele Waffen und Fahrzeuge aus dem Besitz der Armee erbeutet, mit denen sie nun in der Stadt patrouillieren. Sie versuchten sie zwar teilweise in sicherere Rückzugsgebiete zu schaffen, setzten sie aber nach wie vor auch gegen Armee und Zivilisten ein. Diese sind aktuell die Leidtragenden, so Halasz.

Nach wie vor versuchen die Menschen sich zu verstecken, viele wollen die Stadt zu verlassen. Denn es gebe ein ganz praktisches Problem, so Halasz: Da die Taliban keine Uniformen sondern normale Kleidung trügen, sei es für die Armee sehr schwierig, islamistische Kämpfer von der Zivilbevölkerung zu unterscheiden. Es sei deshalb zu befürchten, dass viele Unschuldige in dem unübersichtlichen Kampf gestorben sind.

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