Saudi-Arabien will Ölförderung drosseln

  12 November 2018    Gelesen: 695
Saudi-Arabien will Ölförderung drosseln

Seit Anfang Oktober sinkt der Ölpreis. Um den Preisverfall zu stoppen, will Saudi-Arabien im Dezember weniger Erdöl produzieren. US-Präsident Trump dürfte die Maßnahme nicht gefallen.

Saudi-Arabien hat eine Drosselung seiner Erdölförderung angekündigt. Der weltweit größte Öl-Exporteur wolle im Dezember pro Tag 500.000 Barrel weniger produzieren, sagte Energieminister Chaled al-Falih dem saudinahen Nachrichtenkanal Al-Arabija zufolge.

Die aktuelle Förderquote liegt nach einer Erhöhung im Oktober bei 10,7 Millionen Barrel pro Tag. Die Kürzung entspricht damit knapp fünf Prozent der derzeitigen Förderung und soll den Preisverfall seit Anfang Oktober stoppen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete vor wenigen Wochen noch mehr als 85 US-Dollar und fiel bis jetzt auf etwa 70 Dollar.

Die Maßnahme Saudi-Arabiens dürfte vor allem US-Präsident Donald Trump nicht gefallen: Dieser vertritt seit längerem die Position, das Erdölkartell Opec treibe mit seiner Angebotspolitik die Erdölpreise nach oben. Trump hatte die Opec in den vergangenen Monaten mehrfach aufgefordert, Maßnahmen zur Senkung der Rohölpreise zu ergreifen. Saudi-Arabien hat dagegen nach einer Zeit sehr niedriger Preise in den vergangenen Jahren Interesse an höheren Erlösen.

Venezuela hofft auf Steigerung

Während Saudi-Arabien seine Erdölgewinnung drosseln will, hofft das ölreichste Land der Welt, Venezuela, die Förderung im nächsten Jahr kräftig steigern zu können. Venezuelas Ölminister Manuel Quevedo sagte nach Ankunft in Abu Dhabi, wo sich der Marktausschuss der Opec und Nicht-Opec-Staaten trifft, dass Venezuela derzeit etwa 1,5 Millionen Barrel am Tag produziere. Im Jahr 2016 habe die Förderquote bei 1,972 Millionen Barrel am Tag gelegen, so Quevedo. Daher sei eine Erhöhung der Förderung um etwa 500.000 Barrel am Tag möglich.

Der Vorstoß des Ministers ist überraschend, da die Produktion in den vergangenen zwei Jahren wegen der US-Sanktionen und der Finanzkrise um mindestens 800.000 Barrel am Tag gesunken ist. Die Äußerung könnte zudem die anstehenden Gespräche in Abu Dhabi zwischen anderen Förderländern wie Saudi-Arabien und Russland über mögliche Förderkürzungen angesichts verkomplizieren.

Quelle: n-tv.de


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