Münchner Strafverfolger ermitteln beim TÜV Süd wegen Dammbruch in Brasilien

  13 Dezember 2019    Gelesen: 678
Münchner Strafverfolger ermitteln beim TÜV Süd wegen Dammbruch in Brasilien

München (Reuters) - Der verheerende Dammbruch bei einem Bergwerk in Brasilien vor knapp einem Jahr ist auch ein Fall für Strafverfolger in Deutschland.

Die Staatsanwaltschaft München führt ein Ermittlungsverfahren beim TÜV Süd, der den Staudamm geprüft hatte, wie eine Sprecherin der Ermittlungsbehörde am Donnerstag sagte. Grundlage sei eine Strafanzeige gegen zwei Mitarbeiter am Münchner Konzernsitz der Prüforganisation. Die Anzeige sei im Oktober von einer Rechtsanwältin mehrerer Hinterbliebener von Opfern des Unglücks erstattet worden.

Die Prüfung der Vorwürfe sei komplex und werde einige Zeit in Anspruch nehmen, sagte die Sprecherin. Ein TÜV-Mitarbeiter werde beschuldigt, durch unterlassenes Einschreiten für fahrlässige Tötung, eine Überschwemmung sowie Bestechung mitverantwortlich zu sein. Dem anderen Mitarbeiter werde in der Anzeige vorgeworfen, Aufsichtspflichten vernachlässigt zu haben.

Vor dem Unglück in der Stadt Brumadinho hatte der TÜV Süd dem Staudamm unterhalb einer Eisenerz-Mine noch ausreichende Stabilität attestiert. Die Anlage gehört dem Bergbaukonzern Vale. Die Katastrophe ist in Brasilien Gegenstand umfassender Untersuchungen.


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