Iranisches Staatsfernsehen meldet Dutzende Tote nach Massenpanik

  07 Januar 2020    Gelesen: 725
  Iranisches Staatsfernsehen meldet Dutzende Tote nach Massenpanik

Beim Trauerzug für den ermordeten iranischen General Soleimani ist es laut einem staatlichen iranischen TV-Sender zu einer tödlichen Massenpanik gekommen. Mehr als 30 Menschen sollen gestorben, Dutzende verletzt worden sein.

Zahlreiche Menschen sind bei einem Trauerzug für den ermordeten General Qasem Soleimani durch eine Massenpanik gestorben. Das berichtet das staatliche iranische Fernsehen. Ersten Angaben zufolge wurden 35 Menschen getötet und fast 50 verletzt. Eine unabhängige Bestätigung gibt es bislang nicht.

Der Vorfall ereignete sich dem Bericht zufolge in Soleimanis Geburtsstadt Kerman. Dort waren bei einem Trauerzug Zehntausende Menschen versammelt. Ein Sprecher der nationalen Rettungskräfte bestätigte, dass es eine Massenpanik gegeben habe. Leider seien bei dem Trauerzug "einige unserer Landsleute verletzt und andere getötet worden", wird er zitiert. Der Nachrichtenagentur Insa zufolge wurde wegen den Ereignissen die Beerdigung Soleimanis verschoben.

Der General war in der vergangenen Woche durch einen Drohnenangriff der USA in Bagdad getötet worden. In Irans Hauptstadt Teheran waren am Montag mehr als eine Million Menschen zu einem Trauerzug zusammengekommen.

Der Andrang der Trauernden in Kerman im Südosten des Landes war ähnlich groß wie bei den vorherigen Zeremonien. Auf einem Platz im Stadtzentrum waren zwei Särge mit den sterblichen Überresten Soleimanis und des ebenfalls getöteten Brigadegenerals Hossein Purdschafari aufgebahrt.

Der Kommandeur der Revolutionsgarden kündigte in seiner Ansprache Vergeltung an. "Wir werden uns rächen", sagte er an die "Feinde" Irans gerichtet. Sollte Iran erneut angegriffen werden, "werden wir das, was sie lieben, in Brand setzen". Aus der Menge erschallte der Ruf nach dem "Tod Amerikas".

Die gezielte Tötung des Kommandeurs hatte den Konflikt zwischen den USA und Iran dramatisch verschärft. US-Präsident Donald Trump hatte Teheran am Wochenende gedroht, die USA würden 52 iranische Ziele "sehr schnell und sehr hart" angreifen, sollte Iran Vergeltung für die gezielte Tötung Soleimanis üben. Trump stellte dabei ausdrücklich einen Bezug zu 52 US-Bürgern her, die 1979 in der US-Botschaft in Teheran als Geiseln genommen worden waren.

spiegel


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