Arzneimittelengpässe möglich

  13 Februar 2020    Gelesen: 244
Arzneimittelengpässe möglich

Bundesgesundheitsminister Spahn befürchtet wegen der Ausbreitung des Coronavirus neue Arzneimittelengpässe in Europa. Hintergrund sei der Produktionsstopp in China bei wichtigen Wirkstoffen, sagte der CDU-Politiker vor einem Sondertreffen mit seinen EU-Kollegen in Brüssel. Diese Wirkstoffe aus China würden zur Herstellung von Antibiotika benötigt.

Darüber hinaus forderte Spahn eine Koordinierung auch bei Einreisekontrollen. Deutschland habe inzwischen die Regel, dass Piloten beim Landeanflug über mögliche Infektionsfälle an Bord informieren müssten.

Mehr Fälle wegen neuer Zählmethode

Unterdessen steigt in China die Zahl der Todesfälle und der Infizierten weiter an. Nach einer internationalen Bilanz sind inzwischen 1.369 Menschen an dem neuartigen Coronavirus gestorben. Weltweit wurden 60.348 Infektionen nachgewiesen. Grund für den sprunghaften Anstieg der Zahl ist eine neue Erfassungsmethode, durch die sich die Zahl der statistisch erfassten Infektionen in China beinahe verzehnfachte.

Wie die Gesundheitskommission der Provinz Hubei mitteilte, sind die Diagnoseergebnisse nach einer Untersuchung „überarbeitet“ worden. Demnach werden nun auch Fälle in die Zählung aufgenommen, die nicht durch ein Testverfahren bestätigt wurden, sondern aufgrund einer offiziellen Diagnose der Ärzte. Diese bezieht sich auf eine Kombination mehrerer Faktoren wie Lungenbildern oder dem physischen Zustand.

Regierungsspitzen in Wuhan und Hubei abgesetzt

Die Kommunistische Partei in China zog mittlerweile politische Konsequenzen aus der Ausbreitung des Corona-Virus. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete die Absetzung des Parteichefs der Provinz Hubei. Er wird durch den früheren Bürgermeister von Schanghai ersetzt. Auch in der besonders schwer betroffenen Stadt Wuhan gab es einen personellen Wechsel an der Spitze der örtlichen Regierung. Beide waren für ihren Umgang mit der Krankheit öffentlich kritisiert worden.

Rat an Bevölkerung: Gut informieren!

In Berlin äußern sich zudem deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu der Epidemie. Mit Blick auf eine drohende Pandemie wies der Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité, Drosten, auf Probleme in der Gesundheitsversorgung hierzulande hin. Die Krankenhäuser seien extrem kostenoptimiert; außerdem seien die Gesundheitsämter nicht ausreichend ausgestattet, sagte Drosten im Deutschlandfunk (Audio-Link). Die Bevölkerung sei gut beraten, sich ausführlich über die Krankheit zu infomieren.

deutschlandfunk 


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