Trump setzt rigoros auf Malaria-Medikament

  22 März 2020    Gelesen: 681
Trump setzt rigoros auf Malaria-Medikament

Die USA sind ebenso wie andere Staaten von der Coronavirus-Pandemie stark betroffen. Forscher weltweit suchen nach einem Mittel, um gegen die Krankheit Covid-19 anzukommen. Präsident Trump glaubt, ein wirksames Medikament bereits gefunden zu haben.

US-Präsident Donald Trump wirbt mit Nachdruck für den Einsatz eines Malaria-Medikaments bei der Behandlung von Covid-19-Erkrankten. Der Wirkstoff Chloroquin könne in Kombination mit dem Antibiotikum Azithromycin "einer der größten Durchbrüche der Geschichte der Medizin sein", warb Trump.

Die Kombination solle "sofort" eingesetzt werden, forderte der Staatschef über Twitter. "Was haben wir zu verlieren?", fragte er im Anschluss bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Kritiker warnen jedoch, dass der Einsatz eines Medikaments für einen neuen Zweck nie ohne Risiken sei.

Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, bemühte sich im Weißen Haus dann auch, Trumps Begeisterung etwas zu relativieren: Es gebe bislang nur vereinzelte Berichte über eine Wirksamkeit des Medikaments, aber keine ernsthaften klinischen Studien. Fauci zufolge gehe es nun darum, das Medikament kontrolliert und begrenzt einzusetzen, um Daten über die Wirksamkeit zu gewinnen.

Schädliche Wirkung kann nicht ausgeschlossen werden

Auch das Tübinger Institut für Tropenmedizin plant, das Medikament im Kampf gegen Corona-Erkrankungen an Menschen zu testen. Zumindest im Reagenzglas wirke das Malaria-Medikament auch gegen das Virus Sars-CoV-2, wie Institutsleiter Peter Kremsner am Mittwoch erklärt hatte. In China und Italien sind Kremsner zufolge sehr viele Covid-19-Patienten mit Chloroquin behandelt worden.

Unklar sei aber, ob mit Erfolg, da die Erkrankten Chloroquin teils in sehr hoher Dosierung und gemeinsam mit vielen weiteren Medikamenten bekommen hätten. "Es kann auch sein, dass es nicht wirkt oder sogar schadet", sagte Kremsner.

In den USA breitet sich das Coronavirus schnell aus. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität wurden bereits mehr als 21.000 Infektionsfälle gezählt. Zudem wurden mindestens 278 Todesfälle registriert. Nach New York und Kalifornien verhängte auch der US-Bundesstaat Illinois mit der Millionenstadt Chicago drastische Maßnahmen im Kampf gegen das Virus.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP


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