Entsetzen über Tod von Schwarzem in Polizeigewahrsam in Minneapolis

  28 Mai 2020    Gelesen: 486
Entsetzen über Tod von Schwarzem in Polizeigewahrsam in Minneapolis

George Floyds Tod bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis erschüttert die USA. In der Stadt gibt es Proteste und Gewaltausbrüche, Basketballstars sind empört - und Präsident Trump ordnet eine Untersuchung an.

Mit George Floyds starb in den USA erneut ein Schwarzer in Polizeigewahrsam. Der Fall sorgt in dem Land für Entsetzen - unter anderem zahlreiche US-Sportstars haben sich erschüttert über den Tod des Mannes bei dem brutalen Einsatz geäußert.

"Wenn euch dieses Foto nicht verstört und stinksauer macht, dann weiß ich auch nicht", schrieb Basketballer Steph Curry zu einem Bild von der in Minneapolis aufgenommenen Szene. "George hat um Hilfe gefleht und wurde einfach ignoriert, was klar und deutlich aussagt, dass sein schwarzes Leben keine Rolle gespielt hat."

NBA-Topstar LeBron James fragte: "Versteht ihr jetzt!?" - und stellte neben das Bild des auf dem Schwarzen knienden Polizisten ein Bild von NFL-Star Colin Kaepernick, der durch seinen Kniefall während der US-Nationalhymne in Football-Stadien für hitzige Diskussionen gesorgt hatte.

Betroffen zeigten sich auch das NFL-Team der Minnesota Vikings und die deutsche Basketballerin Satou Sabally. Der deutsche Fußballstar Jerome Boateng teilte ein Bild des Getöteten und forderte Gerechtigkeit: "Ich kann nicht glauben, dass es wieder passiert ist, selbst am helllichten Tag und trotz Aufzeichnung."

In Minneapolis selbst demonstrierten erneut zahlreiche Menschen nach dem Tod George Floyds. Am Mittwoch kam es zu teils heftigen Zusammenstößen zwischen Protestierenden und Polizisten. Die Beamten gingen mit Reizgas gegen die Demonstranten vor.

Hunderte drängten sich am späten Abend in den Straßen rund um die Polizeistation des Dritten Bezirks, etwa eine halbe Meile vom Einsatzort entfernt, und riefen: "Keine Gerechtigkeit, kein Frieden" und "Ich kann nicht atmen".

Laden für Autoteile in Brand gesetzt
Am Rande der Demonstration wurden ein Geschäft für Autoteile in Brand gesetzt und ein anderer Laden geplündert. Bereits am Vorabend hatten Tausende Demonstranten in der Großstadt im Bundesstaat Minnesota gegen exzessive Polizeigewalt protestiert. Bei dieser Demonstration hatte die Polizei Gummigeschosse und Tränengas eingesetzt.

Ein rund zehn Minuten langes Video des Polizeieinsatzes aus der Stadt im Bundesstaat Minnesota, das auf Facebook gestellt wurde, hatte viele berührt: Ein weißer Polizist drückte sein Knie mehrere Minuten lang an den Hals Floyds, der wiederholt um Hilfe flehte, bevor er das Bewusstsein verlor. Wiederholt sagte der Afroamerikaner: "Ich kann nicht atmen." Er starb kurz danach in einem nahen Krankenhaus.

"Schwarz zu sein, darf in Amerika keine Todesstrafe sein", sagte der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, in einer emotionalen Pressekonferenz. Die vier in den Fall involvierten Polizisten seien mit sofortiger Wirkung entlassen worden.

Trump: "Der Gerechtigkeit wird Genüge getan!"
Frey zeigte jedoch Unverständnis darüber, dass der Polizist, der auf Floyds Genick gekniet hatte, nicht festgenommen wurde: "Warum ist der Mann, der George Floyd getötet hat, nicht im Gefängnis?" fragte er. Die Schwester des Verstorbenen, Bridgett Floyd, forderte im Fernsehsender NBC, die entlassenen Beamten müssten wegen Mordes angeklagt werden.

US-Präsident Donald Trump hat eine Untersuchung des Justizministeriums und der Bundespolizei FBI angeordnet. Trump versicherte auf Twitter: "Der Gerechtigkeit wird Genüge getan!" Er habe die Behörden zu beschleunigten Ermittlungen aufgefordert. Zugleich sprach Trump den Angehörigen und Freunden des Opfers sein Mitgefühl aus. Der Präsident nannte den Tod Floyds "sehr traurig und tragisch".

spiegel


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